Laurent Wauquiez am Rednerpult | Bildquelle: AFP

Neuer Republikaner-Chef Frankreichs Konservative rücken nach rechts

Stand: 10.12.2017 22:18 Uhr

Die französischen Republikaner haben einen neuen Chef: Laurent Wauquiez setzte sich mit knapp 75 Prozent der Stimmen durch. "Die Rechte ist zurück", sagte er. Der frühere Minister wirbt für eine klare Abgrenzung der Konservativen von Präsident Macron.

Nicolas Sarkozy | Bildquelle: AFP
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Nicolas Sarkozy unterstützte die Kandidatur von Wauquiez zum neuen Parteivorsitzenden.

Frankreichs Konservative rücken nach ihrem Debakel bei der Präsidentenwahl nach rechts. Die Mitglieder der Republikaner wählten Laurent Wauquiez mit 74,6 Prozent der Stimmen zum neuen Parteichef. Laut dem vorläufigen Endergebnis, das am Abend verkündet wurde, erzielte Wauquiez damit schon im ersten Wahlgang die nötige absolute Mehrheit und setzte sich gegen seine beiden Mitbewerber durch. Er wurde von Ex-Präsident Nicolas Sarkozy unterstützt.

Die Republikaner bilden die größte Oppositionsfraktion in der Pariser Nationalversammlung. "Heute Abend ist der Beginn einer neuen Ära für die Rechte", sagte Wauquiez. Seine Anhänger bejubelten ihn mit den Rufen "Wir sind zurück". Der neue Chef der Republikaner setzt auf klare Kante gegen den sozialliberalen Präsidenten Emmanuel Macron: Sein Credo lautet, die bürgerliche Rechte müsse "wirklich rechts" sein.

Verfechter eines starken Frankreichs

Wauquiez, der unter Präsident Sarkozy in den Jahren 2010 und 2011 kurzzeitig Europaminister war, tritt für ein starkes Frankreich ein und fiel in den vergangenen Jahren mit EU-skeptischen Positionen auf. Die Republikaner waren in eine Krise gestürzt, nachdem ihr Präsidentschaftskandidat François Fillon bei der Präsidentenwahl schon im ersten Wahlgang ausgeschieden war.

François Fillon | Bildquelle: REUTERS
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François Fillon schied bei der Präsidentenwahl im ersten Wahlgang aus - seither waren die Republikaner in der Krise.

Bei der Parlamentswahl im Juni erlitt die bürgerliche Rechte eine weitere Schlappe gegen das Lager des sozialliberalen Präsidenten Macron. Dieser hatte die Partei zusätzlich geschwächt, indem er mehrere prominente konservative Politiker in seine Regierung holte - unter ihnen Premierminister Edouard Philippe. Ein Teil der Republikaner zeigte sich daraufhin offen für eine Zusammenarbeit mit der Regierung und hat inzwischen eine eigene Partei gegründet.

Laurent Wauquiez neuer Parteichef der französischen Republikaner
tagesschau 6:30 Uhr, 11.12.2017

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Keine Allianz mit Le Pen

Wauquiez vertritt einen harten Kurs in der Einwanderungspolitik, eine Allianz mit dem Front National von Rechtspopulistin Marine Le Pen schloss er aber aus. In der Europapolitik sprach er sich in der Vergangenheit etwa für die Abschaffung der EU-Kommission und des Schengenraums für Reisen ohne Grenzkontrollen aus, die EU wollte er auf einen harten Kern aus höchstens einem Dutzend Staaten beschränken. Einen in seinen Augen zu großzügigen Sozialstaat bezeichnete er einmal als "Krebsgeschwür der französischen Gesellschaft".

Im parteiinternen Wahlkampf versprach er jedoch auch, die Republikaner zu einen. Dafür müsste er den moderaten Flügel einbinden. Wauquiez ist Präsident der Region Auvergne-Rhône-Alpes, in deren Zentrum Lyon liegt. Seinen zwei wenig bekannten Gegenkandidaten Florence Portelli und Maël de Calan waren bereits im Vorfeld kaum Chancen zugeschrieben worden. Die Beteiligung an der elektronischen Direktwahl lag bei rund 42,5 Prozent der Parteimitglieder.

Über dieses Thema berichtete MDR Aktuell Radio am 11. Dezember 2017 um 21:00 Uhr.

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