Plakate des Front National | Bildquelle: AP

Zweite Runde der Regionalwahlen Schlappe für Le Pens Front National

Stand: 14.12.2015 05:35 Uhr

Nach Platz eins in der ersten Runde ist das Ergebnis der entscheidenden Runde der Regionalwahlen in Frankreich für den rechtsextremen Front National eine herbe Niederlage. Die Partei von Marine Le Pen gewann in keiner Region und fiel landesweit auf Rang drei zurück.

Bei der zweiten Runde der Regionalwahlen in Frankreich haben der rechtsextreme Front National (FN) und Parteichefin Marine Le Pen die Erfolge der ersten Runde nicht wiederholen können. Landesweit fiel die Partei im Vergleich zur ersten Runde vom ersten auf den dritten Platz zurück. Zudem gelang es dem FN in keiner der 13 Regionen, den Regionalpräsidenten zu stellen - vor einer Woche hatte die Partei noch in sechs Regionen vorne gelegen.

Die Niederlage des Front National führten Experten einerseits auf den Anstieg der Wahlbeteiligung zurück, die mit etwa 58,4 Prozent deutlich höher lag als am vergangenen Sonntag. Sozialisten und Republikaner hatten versucht, ihre Wähler stärker zu mobilisieren als vor einer Woche. Zudem sorgten offenbar viele Wähler aus dem bürgerlichen und dem linken Lager in einer Art Allianz dafür, dass der Front National nicht an die Macht kam. Den Konservativen kam dabei auch zugute, dass die Sozialisten einige chancenlose Kandidaten nach der ersten Runde zurückgezogen hatten.

Nach der Wahl in Frankreich
tagesschau 10:35 Uhr, 14.12.2015, Mathias Werth, ARD Paris

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Konservative landesweit auf Platz eins

Das konservativ-bürgerliche Lager um Ex-Präsident Nicolas Sarkozy gewann in sieben Regionen. Präsident François Hollandes Sozialisten und verbündete Linksparteien siegten laut Zahlen des Innenministeriums in fünf Regionen. Für die Konservativen stimmten laut den Zahlen des Inneministeriums, die auf der Auszählung von 98 Prozent der Stimmen basieren, landesweit etwa 40,6 Prozent der Wähler. Für das Bündnis der Sozialisten entschieden sich demnach 29,1 Prozent und für den FN 27,4 Prozent.

Der Front National vereinte allerdings mehr Wählerstimmen auf sich als jemals zuvor: Rund 6,6 Millionen Franzosen wählten die rechtsextreme Partei. Die jetzigen Regionalwahlen waren der letzte große Urnengang vor den Präsidentschaftswahlen 2017 und galten deswegen als wichtigster Stimmungstest. Le Pen betonte denn auch, dass sich die Zahl der Sitze ihrer Partei in den Regionalparlamenten verdreifacht habe. "Uns wird nichts stoppen", sagte sie.

Le Pen verliert gegen Konservativen

Die Parteichefin selbst musste allerdings auch mit Blick auf ihre Präsidentschaftskandidatur 2017 einen Rückschlag hinnehmen. In der Region Nord-Pas-de-Calais-Picardie wurde sie mit 42,2 Prozent Zweite hinter ihrem konservativen Gegner Xavier Bertrand, der sich mit 57,8 Prozent klar durchsetzte. Le Pen hatte den Wählern versprochen, als Regionalpräsidentin werde sie zeigen, dass sie und der FN Regierungsverantwortung übernehmen könnten.

Le Pens 26-jährige Nichte Marion Maréchal-Le Pen unterlag in Südfrankreich offenbar ebenfalls deutlich. Sie gilt als Nachwuchshoffnung der Rechtsextremen. Den Zahlen des Innenministeriums zufolge unterlag sie mit einem Stimmenanteil von 45,2 Prozent dem konservativen Bürgermeister von Nizza, Christian Estrosi, der auf 54,8 Prozent der Stimmen kam.

Schlappe für den Front National
K. Gallmeyer, ARD Paris
14.12.2015 07:43 Uhr

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Valls: Gefahr durch Rechtsextreme nicht gebannt

Auch Le Pens Gegner warnten davor, Le Pen und den FN jetzt zu unterschätzen. Regierungschef Manuel Valls sagte, die Gefahr durch Rechtsextreme sei nicht gebannt. Deswegen gebe es weder Erleichterung noch Triumph.. Er rief die Franzosen dazu auf, nach diesem erbitterten Wahlkampf zusammenzustehen.

"Wir sind stolz auf die Ergebnisse", sagte Sarkozy vor Anhängern seiner Republikaner. Seine Partei werde aber den Front National im Blick halten. Er lehnte jegliche Zusammenarbeit mit extremen Parteien ab - sagte aber, dass jetzt eine Debatte über die "großen Fragen" folgen müsse, die die Franzosen ängstigten. Er habe Sorgen über die Sicherheit, Enttäuschung über die europäische Einheit und über Arbeitslosigkeit bemerkt, sagte er mit Blick auf Themen, die Le Pen für ihren Wahlkampf genutzt hatte.

Reaktionen von CDU und Grünen auf Wahl in Frankreich
tagesschau 10:35 Uhr, 14.12.2015, Tim Herden, ARD Berlin

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