Parlamenstwahl Frankreich Wahlkabinen | Bildquelle: dpa

Parlamentswahl in Frankreich Leere Wahllokale - Vorteil für Macron?

Stand: 11.06.2017 17:57 Uhr

Es könnte die niedrigste Wahlbeteiligung seit Jahrzehnten werden: Bei der ersten Runde der Parlamentswahl gingen bislang viele Franzosen nicht zur Wahl. Davon könnte vor allem Präsident Macron mit seiner jungen Partei profitieren.

Bei der ersten Runde der Wahl der französischen Nationalversammlung zeichnet sich eine niedrige Wahlbeteiligung ab. Bis 17 Uhr gaben nach Angaben des französischen Innenministeriums 40,75 Prozent der mehr als 47 Millionen Wahlberechtigten ihre Stimme ab. Das ist deutlich weniger als bei der Wahl vor fünf Jahren, als im gleichen Zeitraum 48,31 Prozent ins Wahllokal gingen.

Die letzten Umfragen vor der Wahl sagen Präsident Emmanuel Macrons Bewegung "La République en Marche" (Die Republik in Bewegung) eine absolute Mehrheit voraus - zumindest zusammen mit der verbündeten Zentrumspartei MoDem. Gemeinsam könnten sie laut Umfragen auf einen Stimmenanteil von rund 30 Prozent kommen. Bei dem geltenden Mehrheitswahlrecht kann Macron damit nach der Stichwahl am kommenden Sonntag mit einer absoluten Mehrheit von mindestens 289 Mandaten in der Nationalversammlung rechnen.

Parteiensystem im Umbruch

Damit wäre ein fundamentaler Umbruch des Parteiensystems verbunden: Waren jahrzehntelang Sozialisten und konservative Republikaner die bestimmenden Parteien, droht ihnen ein Bedeutungsverlust. Letzte Umfragen sahen die konservativen Republikaner bei rund 22 Prozent, die Sozialisten von Ex-Staatschef François Hollande sogar nur bei acht Prozent. Die noch junge Partei von Macron nimmt ihnen in der Mitte die Stimmen.

Wahl zur französischen Nationalversammlung geht in erste Runde
tagesschau 17:15 Uhr, 11.06.2017, Mathias Werth, ARD Paris

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Die Sozialisten sind zusätzlich durch die Konkurrenz durch den Linkspolitiker Jean-Luc Mélenchon geschwächt. Dessen "France Insoumise" (Unbeugsames Frankreich) könnte den Meinungsforschern zufolge etwa 11 Prozent der Stimmen bekommen.

Der rechtsnationale Front National könnte 17 Prozent der Stimmen bekommen - deutlich weniger als noch vor einigen Wochen von Marine Le Pen erhofft.

Viele Kandidaten für Präsidenten-Mehrheit

Die niedrige Wahlbeteiligung liegt ARD-Korrespondentin Kerstin Gallmeyer zufolge nicht nur am guten Sommerwetter. Die Wahl ist anders als die Präsidentschaftswahl nicht besonders übersichtlich: Für die 577 Sitze in der französischen Nationalversammlung sind über 7800 Kandidaten im Rennen, im Durchschnitt 14 Kandidaten pro Wahlkreis. Zahlreiche Medien erklären den Franzosen deshalb, wie die Wahl funktioniert.

Dazu kommt: Gerade in diesem Jahr ist oft nicht klar, für welche Partei ein Bewerber eigentlich antritt. Denn auch Kandidaten, die nicht von der Präsidentenpartei" La République en Marche" aufgestellt wurden, haben verkündet, mit der Regierung von Macron zusammenarbeiten zu wollen. In den meisten Wahlkreisen gibt es Politikwissenschaftler Nicolas Sauger zufolge drei bis vier Kandidaten, die für die präsidiale Mehrheit antreten. "Viele Sozialisten haben ihr Logo von den Plakaten genommen, sie treten als Kandidaten der präsidialen Mehrheit auf, ebenso wie einige Kandidaten der Republikaner oder aus dem rechten Zentrum".

Die im Ausland lebenden Franzosen stimmten schon am vergangenen Wochenende ab: In den 717 offenen Wahlbüros stimmten 19,1 Prozent der Stimmberechtigten ab, teilte das französische Innenministerium mit.

Mit Informationen von Kerstin Gallmeyer, ARD-Studio Paris.

Gähnende Leere in den Wahllokalen - Zwischenstand 1. Runde Parlamentswahl
K. Gallmeyer ARD Paris
11.06.2017 17:33 Uhr

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Über dieses Thema berichtete tagesschau24 am 11. Juni 2017 um 18:00 Uhr.

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