Emmanuelle Macron trifft Anhänger auf seinem Weg ins Wahllokal | Bildquelle: AFP

Parlamentswahl in Frankreich Macron hofft auf zweiten Triumph

Stand: 11.06.2017 08:59 Uhr

In Frankreich ist die erste Runde zur Parlamentswahl gestartet. Dem neuen Präsidenten Macron winkt der nächste triumphale Sieg - Umfragen sagen seiner Partei einen Durchmarsch voraus. Die bislang vorherrschenden Sozialisten müssen mit einem Absturz rechnen.

Fünf Wochen nach der Präsidentenwahl bestimmen die Franzosen ihre Abgeordneten. An der heutigen ersten Runde der Parlamentswahl können sich über 47 Millionen Menschen beteiligen. Die Wahllokale schließen um 18 Uhr, in großen Städten zwei Stunden später. Erste Hochrechnungen werden gegen 20 Uhr erwartet. Es wird mit einer schwachen Wahlbeteiligung gerechnet - vor fünf Jahren hatte sie in der ersten Runde bei 57,2 Prozent gelegen.

In letzten Umfragen hatte die Partei des sozialliberalen Staatschefs klar vorne gelegen. Sie könnte in der ersten Wahlrunde knapp ein Drittel der Stimmen holen. Laut einer am Freitag veröffentlichten Ipsos-Befragung baute die noch junge Partei "La République en Marche" ihren Anteil auf 31 Prozent aus.

Für den zweiten Wahlgang am 18. Juni trauen die Demoskopen Macrons Partei sogar die Eroberung von bis zu 427 der insgesamt 577 Sitze zu. Damit würde der 39-jährige Macron die größte Mehrheit in der Nationalversammlung seit 1968 hinter sich versammeln, als Charles de Gaulle triumphierte.

Frankreich wählt Nationalversammlung
tagesschau 13:15 Uhr, 11.06.2017, Ellis Fröder, ARD Paris

Download der Videodatei

Wir bieten dieses Video in folgenden Formaten zum Download an:

Hinweis: Falls die Videodatei beim Klicken nicht automatisch gespeichert wird, können Sie mit der rechten Maustaste klicken und "Ziel speichern unter ..." auswählen.

Video einbetten

Nutzungsbedingungen Embedding Tagesschau: Durch Anklicken des Punktes „Einverstanden“ erkennt der Nutzer die vorliegenden AGB an. Damit wird dem Nutzer die Möglichkeit eingeräumt, unentgeltlich und nicht-exklusiv die Nutzung des tagesschau.de Video Players zum Embedding im eigenen Angebot. Der Nutzer erkennt ausdrücklich die freie redaktionelle Verantwortung für die bereitgestellten Inhalte der Tagesschau an und wird diese daher unverändert und in voller Länge nur im Rahmen der beantragten Nutzung verwenden. Der Nutzer darf insbesondere das Logo des NDR und der Tageschau im NDR Video Player nicht verändern. Darüber hinaus bedarf die Nutzung von Logos, Marken oder sonstigen Zeichen des NDR der vorherigen Zustimmung durch den NDR.
Der Nutzer garantiert, dass das überlassene Angebot werbefrei abgespielt bzw. dargestellt wird. Sofern der Nutzer Werbung im Umfeld des Videoplayers im eigenen Online-Auftritt präsentiert, ist diese so zu gestalten, dass zwischen dem NDR Video Player und den Werbeaussagen inhaltlich weder unmittelbar noch mittelbar ein Bezug hergestellt werden kann. Insbesondere ist es nicht gestattet, das überlassene Programmangebot durch Werbung zu unterbrechen oder sonstige online-typische Werbeformen zu verwenden, etwa durch Pre-Roll- oder Post-Roll-Darstellungen, Splitscreen oder Overlay. Der Video Player wird durch den Nutzer unverschlüsselt verfügbar gemacht. Der Nutzer wird von Dritten kein Entgelt für die Nutzung des NDR Video Players erheben. Vom Nutzer eingesetzte Digital Rights Managementsysteme dürfen nicht angewendet werden. Der Nutzer ist für die Einbindung der Inhalte der Tagesschau in seinem Online-Auftritt selbst verantwortlich.
Der Nutzer wird die eventuell notwendigen Rechte von den Verwertungsgesellschaften direkt lizenzieren und stellt den NDR von einer eventuellen Inanspruchnahme durch die Verwertungsgesellschaften bezüglich der Zugänglichmachung im Rahmen des Online-Auftritts frei oder wird dem NDR eventuell entstehende Kosten erstatten
Das Recht zur Widerrufung dieser Nutzungserlaubnis liegt insbesondere dann vor, wenn der Nutzer gegen die Vorgaben dieser AGB verstößt. Unabhängig davon endet die Nutzungsbefugnis für ein Video, wenn es der NDR aus rechtlichen (insbesondere urheber-, medien- oder presserechtlichen) Gründen nicht weiter zur Verbreitung bringen kann. In diesen Fällen wird der NDR das Angebot ohne Vorankündigung offline stellen. Dem Nutzer ist die Nutzung des entsprechenden Angebotes ab diesem Zeitpunkt untersagt. Der NDR kann die vorliegenden AGB nach Vorankündigung jederzeit ändern. Sie werden Bestandteil der Nutzungsbefugnis, wenn der Nutzer den geänderten AGB zustimmt.

Einverstanden

Zum einbetten einfach den HTML-Code kopieren und auf ihrer Seite einfügen.

Macron braucht Mehrheit für seine Reformen

Mit einer absoluten Mehrheit in der Nationalversammlung hätte Macron großen Spielraum für seine Gesetzespläne, die Frankreichs Wirtschaft neuen Schwung verschaffen sollen. Zentrales Vorhaben ist eine umstrittene Lockerung des unflexiblen Arbeitsrechts. Der Senat als zweite Parlamentskammer wird zwar von der bürgerlichen Rechten dominiert - dort gibt es aber durchaus Sympathien für Macrons Reformpläne. Außerdem sitzt die Nationalversammlung im Gesetzgebungsverfahren letztlich am längeren Hebel.

Wie auch die Präsidentschaftswahl findet die Parlamentswahl in zwei Runden und nach dem Mehrheitswahlrecht statt. Für einen Sieg im ersten Wahlgang braucht ein Kandidat in seinem Wahlkreis eine absolute Mehrheit, also mehr als 50 Prozent der abgegebenen Stimmen. Nötig sind zugleich mindestens ein Viertel der Stimmen aller Wahlberechtigten. Gelingt dies keinem der Kandidaten, treten die beiden Bestplatzierten in der zweiten Wahlrunde am 18. Juni gegeneinander an. Es qualifiziert sich außerdem jeder weitere Kandidat, der im ersten Wahlgang mindestens 12,5 Prozent der Stimmen aller Wahlberechtigten erhält. In der zweiten Runde reicht dann eine relative Mehrheit für einen Sieg.

Hohe Sicherheitsvorkehrungen wegen Anschlagsgefahr

Wegen der anhaltend hohen Anschlagsgefahr herrscht in Frankreich der Ausnahmezustand, der eigens für die Wahlen verlängert wurde. Entsprechend hoch sind die Sicherheitsvorkehrungen. 50.000 Polizisten und Tausende Soldaten sind am Sonntag im Einsatz. An den Wahlurnen sind unter anderem Taschenkontrollen geplant.

1. Runde Parlamentswahlen in Frankreich
B. Kostolnik, ARD Paris
10.06.2017 19:05 Uhr

Download der Audiodatei

Wir bieten dieses Audio in folgenden Formaten zum Download an:

Hinweis: Falls die Audiodatei beim Klicken nicht automatisch gespeichert wird, können Sie mit der rechten Maustaste klicken und "Ziel speichern unter ..." auswählen.

Über dieses Thema berichteten die tagesthemen am 09. Juni 2017 um 21:45 Uhr und Deutschlandfunk am 10. Juni 2017 um 07:38 Uhr.

Darstellung: