Frankreich streicht Zehntausende Stellen beim Militär

Der französische Verteidigungsminister Jean-Yves Le Drian bei einem Besuch bei französischen Soldaten in Mali. (Bildquelle: AFP)

Einschnitte im Verteidigungsbudget

Frankreich verkleinert Streitkräfte

Frankreich will Zehntausende Stellen beim Militär streichen. Von kommendem Jahr an soll die Zahl der Armeebeschäftigten bis 2019 um rund 34.000 reduziert werden. Das geht aus dem neuen Weißbuch des Verteidigungsministeriums hervor. In erster Linie sollen frei werdende Stellen nicht neu besetzt werden. Die Stärke des französischen Militärs wird derzeit mit 228.000 Soldatinnen und Soldaten angegeben.

Die Militärausgaben bleiben allerdings mit 31,4 Milliarden Euro im kommenden Jahr stabil und verändert sich auch in den Folgejahren kaum.

Mali-Einsatz offenbarte Schwächen der Armee

Frankreichs Präsident Hollande bei der Vorstellung des neuen Weißbuchs im Elysee-Palast. (Bildquelle: REUTERS)
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Frankreichs Präsident Hollande bei der Vorstellung des neuen Weißbuchs im Elysee-Palast.

Der neue Plan setze drei Prioritäten, sagte Frankreichs Präsident François Hollande: Schutz, Abschreckung und Intervention. Die französische Armee war zuletzt für ihre Intervention in Mali gelobt worden, bei der islamistische Rebellen in der ehemaligen französischen Kolonie zurückgedrängt worden waren.

Bei diesem Einsatz zeigten sich allerdings auch die Schwachpunkte der Armee, vor allem bei Transportflugzeugen, dem Auftanken von Flugzeugen in der Luft und der Beschaffung von Informationen.

Einsparungen sollen aus Haushaltskrise führen

Grund für den massiven Stellenabbau sind geplante Einschnitte ins Verteidigungsbudget, die bei der Bewältigung der Haushaltskrise helfen sollen. Die sozialistische Regierung rechnet nicht mehr damit, in diesem Jahr das Haushaltsdefizit unter die im EU-Stabilitätspakt festgelegte Grenze von drei Prozent der Wirtschaftsleistung zu drücken. Hollande will nun ein Jahr mehr Zeit erhalten, um dieses Ziel erreichen zu können.

Bereits in den vergangenen Jahren musste das Militär einen großen Teil zu den Einsparungen des Staates beitragen. In Frankreich liegt der Verteidigungsetat bei ungefähr 1,5 Prozent der Wirtschaftsleistung. Nach dem Ende des Kalten Krieges Anfang der 1990er Jahren waren es noch 2,5 Prozent des Bruttoinlandsprodukts.

Stand: 29.04.2013 15:21 Uhr

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