Ex-Präsident Sarkozy tritt aus der Wahlkabine | Bildquelle: dpa

Vorwahl bei Frankreichs Konservativen Fillon überraschend vorn, Sarkozy droht Schlappe

Stand: 20.11.2016 21:46 Uhr

Bei der Vorwahl der französischen Konservativen um die Präsidentschafts-Kandidatur bahnt sich eine Überraschung an: Laut Teilergebnissen ziehen die beiden Ex-Ministerpräsidenten Juppé und Fillon in die Stichwahl. Ex-Präsident Sarkozy droht das Aus.

Ex-Ministerpräsident Francois Fillon verlässt nach seiner Stimmabgabe sein Wahllokal in Paris. | Bildquelle: REUTERS
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Ex-Ministerpräsident Fillon konnte am meisten Stimmen auf sich vereinen.

Der frühere französische Premierminister François Fillon liegt bei der Präsidentschafts-Vorwahl der Konservativen überraschend in Führung. Nach der Auszählung von etwa der Hälfte der Stimmen der mehr als 10.000 Wahllokale entfallen auf Fillon rund 43 Prozent der Stimmen, teilte die Wahlkommission mit. Der ehemalige Premierminister Alain Juppé erzielte demnach 26 Prozent.

Die Überraschung des Abends: Ex-Präsident Nicolas Sarkozy, den Experten sicher in der Stichwahl gesehen hatten, könnte mit rund 24 Prozent ausscheiden.

An der Vorwahl sollen sich nach Hochrechnungen 3,9 bis 4,3 Millionen Franzosen beteiligt haben. Um 17 Uhr wurden nach Angaben der Wahlkommission bereits 2,5 Millionen Teilnehmer gezählt. Mit dem endgültigen Ergebnis wird bis Mitternacht gerechnet. Zur Wahl standen sechs Kandidaten und eine Kandidatin. Erzielt keiner eine absolute Mehrheit, findet am kommenden Sonntag eine Stichwahl zwischen den beiden Bestplatzierten statt.

Probleme mit Wählerverzeichnissen

Die überaus hohe Wahlbeteiligung sorgte vielerorts auch für Probleme. Vor vielen Wahllokalen bildeten sich lange Schlangen. Noch gravierender: In den sozialen Netzwerken berichteten Wähler, dass es massive Probleme mit den Wählerverzeichnissen gegeben habe. Wahlberechtigt war jeder Franzose, der zwei Euro bezahlt hat, ins Wahlregister eingetragen war und unterschrieben hat, konservative Ansichten zu teilen. Viele Wähler befanden sich aber offenbar gar nicht auf diesen Listen, was für Unmut sorgte.

Mit Informationen von Marcel Wagner, ARD-Studio Paris

Über dieses Thema berichteten die tagesthemen am 20. November 2016 um 23:00 Uhr.

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