Eine Schule in Frankreich | Bildquelle: AFP

Gesetz beschlossen Handyverbot an französischen Schulen

Stand: 31.07.2018 03:23 Uhr

Keine Handys, Tablets und Smartwatches mehr an französischen Schulen mit Schülern bis 15 Jahren - das hat das Parlament beschlossen und damit ein bereits bestehendes Gesetz noch verschärft.

Das französische Parlament hat ein gesetzliches Handyverbot an Frankreichs Schulen beschlossen. Liberale und Abgeordnete der Regierungspartei La République en Marche stimmten in letzter Lesung in der Nationalversammlung für die Regelung, während sich Vertreter linker und konservativer Parteien enthielten. Die Initiative war ein Wahlkampfversprechen von Präsident Emmanuel Macron.

Das Handyverbot wird an Vorschulen, Grundschulen und weiterführenden Schulen gelten. Es betrifft Kinder und Schüler im Alter von drei bis 15 Jahren. Französische Gymnasien (Lycées) haben die Möglichkeit, ebenfalls ein Handyverbot einzuführen, sind aber nicht dazu verpflichtet.

Die neue Regelung sieht ein Komplettverbot internetfähiger Geräte wie Handys, Tablets und Smartwatches in allen Räumlichkeiten und bei schulischen Aktivitäten auch außerhalb des Schulgebäudes vor. Ausnahmen gibt es für den Gebrauch für den Unterricht selbst sowie für Kinder mit einer Behinderung.

"Eine Botschaft an die französische Gesellschaft"

Seit 2010 gilt in Frankreich bereits ein Gesetz, das die Handynutzung während des Unterrichts verbietet. Bildungsminister Jean-Michel Blanquer hielt die bisherige Regelung jedoch für wenig effektiv. Diese habe nicht flächendeckend gegolten und über keine solide Rechtsgrundlage verfügt.  Das neue Gesetz befördere Frankreich "ins 21. Jahrhundert", erklärte er. "Es sendet eine Botschaft an die französische Gesellschaft" sowie an andere Länder in der Welt.

Verfechter des neuen Gesetzes argumentierten unter anderem, die Handynutzung störe die Aufmerksamkeit im Unterricht, das Schulklima und reduziere die körperliche Betätigung auf den Schulhöfen. Kritiker des Verbots erklärten dagegen, die bisherige Regelung sei ausreichend gewesen. Sie warnten zudem vor "logistischen Problemen und den Kosten" für die Aufbewahrung der Handys.

Knapp neun von zehn französischen Jugendlichen zwischen zwölf und 17 Jahren besitzen nach Angaben der Nachrichtenagentur AFP ein Smartphone.

Über dieses Thema berichtete Inforadio am 31. Juli 2018 um 06:05 Uhr.

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