François Fillon | Bildquelle: dpa

Neue Vorwürfe gegen Fillon Fillon ließ sich Luxus-Anzüge schenken

Stand: 13.03.2017 14:29 Uhr

Mitten in den Ermittlungen um Scheinbeschäftigungsvorwürfe kommt neue Kritik am französischen Präsidentschaftskandidaten Fillon auf. Er soll sich von einem Freund Anzüge im Wert von mehreren Tausend Euro haben schenken lassen. Fillon selbst sieht daran nicht Verwerfliches.

Der Präsidentschaftskandidat der französischen Konservativen, François Fillon, steht seit Wochen in der Kritik. Die Staatsanwaltschaft ermittelt gegen ihn wegen des Vorwurfs, er habe seine Frau und seine Kinder auf Parlamentskosten beschäftigt ohne dass diese eine Gegenleistung erbracht hätten. Aus den Reihen der eigenen Partei wurden Rücktrittsforderungen laut - bislang widersetzte sich Fillon aber der Aufgabe im Kampf um das Amt des französischen Staatsoberhauptes.

Doch nun gibt es den nächsten Dämpfer: Die Sonntagszeitung "Le Journal du Dimanche" berichtet, Fillon habe sich von einem Freund zwei maßgeschneiderte Anzüge im Wert von mehreren Tausend Euro schenken lassen. Die Quelle der Zeitung: Der Spender selbst - allerdings wollte er anonym bleiben. Dieser bezifferte die Summe für die Anzüge auf 13.000 Euro.

Fillon versteht den neuen Rummel um das Geschenk nicht: Im Interview mit der Zeitung "Les Echos" bestätigte er, die Kleidungsstücke angenommen zu haben: "Ein Freund hat mir im Februar Anzüge geschenkt, na und?" Fillon ergänzte, sein Privatleben werde derzeit "bis in den kleinsten Winkel durchleuchtet". "Ich weiß nicht, wer darauf aus ist, mir zu schaden", zitierte das Blatt den Politiker weiter. Im Hörfunksender Europe 1 sprach Fillon von einer Verleumdungskampagne und einer "Menschenjagd" auf ihn .

Vom Favoriten zum Dritten

Nachdem der Verdacht der Scheinbeschäftigung gegen Fillon laut geworden war, hatte der einstige Favorit auf das Präsidentenamt in Umfragen kräftig eingebüßt und landete auf einmal hinter seinen beiden Hauptkonkurrenten: der Chefin des rechtsextremen Front National, Marine Le Pen und dem Emmanuel Macron. Doch den Konservativen fehlen die Alternativen zum umstrittenen Kandidaten. Zwar hatte Alain Juppé, Zweiter bei den Vorwahlen der Konservativen, zunächst angeboten, Fillon zu ersetzen - machte dann aber wegen mangelnder Unterstützung und aus Angst, selbst Ziel einer Schmutzkampagne zu werden, einen Rückzieher.

Der erste Urnengang der Präsidentschaftswahl steht am 23. April an.

Über dieses Thema berichteten am 13. März 2017 Deutschlandfunk u.a. um 03:00 und 05:00 Uhr in den Nachrichten sowie Inforadio um 06:25 Uhr.

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