Emmanuel Macron | Bildquelle: AFP

Reform in Frankreich Wie Macron den Arbeitsmarkt flexibilisieren will

Stand: 12.09.2017 16:54 Uhr

Frankreichs Präsident Macron wagt sich an die Lockerung des Arbeitsrechts. Sie wird als Test gesehen, ob Macron die versprochenen umfassenden Wirtschaftsreformen umsetzen kann. Hier die wichtigsten Punkte.

Kleine Firmen

In Firmen mit weniger als 20 Mitarbeitern soll der Arbeitgeber direkt mit den Angestellten über Arbeitsbedingungen verhandeln können - auch ohne Gewerkschaften. Bei weniger als 50 Mitarbeitern und ohne Gewerkschaften, sollen die Mitarbeiter einen Vertreter wählen, der dann mit den Arbeitgebern verhandelt.

Einvernehmliche Auflösung von Arbeitsverträgen

Die Möglichkeit, Arbeitsverträge im beiderseitigem Einvernehmen aufzulösen, wurde 2008 eingeführt, um langwierige Verfahren für die Arbeitgeber zu vermeiden. Die Arbeitnehmer wiederum müssen nicht auf Arbeitslosenhilfe verzichten. Künftig sollen sich nun auch mehrere Arbeitnehmer zusammenschließen können, um Auflösungsverträge aushandeln zu können.

Gründe für Kündigungen

Bei betriebsbedingten Kündigungen muss die Firma bislang nicht nur in Frankreich, sondern auch in anderen Ländern wirtschaftlich in Schwierigkeiten stecken. Künftig soll die Lage in Frankreich ausreichen, um dort betriebsbedingt kündigen zu können. Damit passt sich Frankreich anderen europäischen Ländern an und erleichtert es, ausländischen Firmen in Frankreich Stellen zu streichen.

Bürokratie

Technische Fehler bei Kündigungsschreiben sollen nicht länger dazu führen, dass die Kündigung nicht rechtens ist. Es soll ein neues Kündigungsformular eingeführt werden. Die Anzahl von Beratungsgremien für Beschäftigte soll verringert werden.

Quelle: Reuters

Über dieses Thema berichtete tagesschau24 am 12. September 2017 um 17:00 Uhr.

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