Protest gegen Macrons Vorhaben | Bildquelle: AFP

Proteste in Frankreich Beginn eines heißen Herbstes?

Stand: 12.09.2017 16:02 Uhr

Es ist der erste Stresstest für Frankreichs Präsidenten Macron: Wie viele Franzosen protestieren gegen seine Arbeitsmarktreform? Ist der erste Aktionstag der Auftakt für einen heißen Herbst?

Von Barbara Kostolnik, ARD-Studio Paris

Verstopfte Straßen, ausgefallene Züge, versperrte Baustellen - die den Kommunisten nahestehende Gewerkschaft CGT hat sich einiges einfallen lassen, um am Aktionstag gegen die Arbeitsmarktreformen die Regierung richtig zu ärgern.

"Mit diesem Reformen zerschlagen sie unser Arbeitsrecht", erklärt der Chef der CGT, Philippe Martinez. Seine Gewerkschaft hatte den Aktionstag initiiert. "Viele Leute sind sehr unzufrieden, das ist heute die erste Etappe, wir müssen den Menschen bewusst machen, was auf sie zukommt."

Furcht vor Unsicherheit

"Stoppt das Sozial-Dumping" steht auf Plakaten der Demonstranten. Mehr als 200 Protestzüge waren in ganz Frankreich angemeldet. In Paris zählten die Organisatioren 60.000 Teilnehmer, die Polizei 24.000. In ganz Frankreich waren es nach Angaben des Innenministeriums 223.000, die Gewerkschaft CGT sprach von 400.000 Teilnehmern.

Gewerkschaftsvertreter befürchten, dass die Arbeitsrechtsreform der Vorgänger-Regierung noch verschärft und damit den Arbeitgebern noch mehr Freiheiten und den Arbeitnehmern noch mehr Unsicherheiten beschert werden.

Hunderttausende demonstrieren landesweit gegen Arbeitsmarktreform
tagesschau 15:00 Uhr, 12.09.2017, Mathias Werth, ARD Paris

Download der Videodatei

Wir bieten dieses Video in folgenden Formaten zum Download an:

Hinweis: Falls die Videodatei beim Klicken nicht automatisch gespeichert wird, können Sie mit der rechten Maustaste klicken und "Ziel speichern unter ..." auswählen.

Video einbetten

Nutzungsbedingungen Embedding Tagesschau: Durch Anklicken des Punktes „Einverstanden“ erkennt der Nutzer die vorliegenden AGB an. Damit wird dem Nutzer die Möglichkeit eingeräumt, unentgeltlich und nicht-exklusiv die Nutzung des tagesschau.de Video Players zum Embedding im eigenen Angebot. Der Nutzer erkennt ausdrücklich die freie redaktionelle Verantwortung für die bereitgestellten Inhalte der Tagesschau an und wird diese daher unverändert und in voller Länge nur im Rahmen der beantragten Nutzung verwenden. Der Nutzer darf insbesondere das Logo des NDR und der Tageschau im NDR Video Player nicht verändern. Darüber hinaus bedarf die Nutzung von Logos, Marken oder sonstigen Zeichen des NDR der vorherigen Zustimmung durch den NDR.
Der Nutzer garantiert, dass das überlassene Angebot werbefrei abgespielt bzw. dargestellt wird. Sofern der Nutzer Werbung im Umfeld des Videoplayers im eigenen Online-Auftritt präsentiert, ist diese so zu gestalten, dass zwischen dem NDR Video Player und den Werbeaussagen inhaltlich weder unmittelbar noch mittelbar ein Bezug hergestellt werden kann. Insbesondere ist es nicht gestattet, das überlassene Programmangebot durch Werbung zu unterbrechen oder sonstige online-typische Werbeformen zu verwenden, etwa durch Pre-Roll- oder Post-Roll-Darstellungen, Splitscreen oder Overlay. Der Video Player wird durch den Nutzer unverschlüsselt verfügbar gemacht. Der Nutzer wird von Dritten kein Entgelt für die Nutzung des NDR Video Players erheben. Vom Nutzer eingesetzte Digital Rights Managementsysteme dürfen nicht angewendet werden. Der Nutzer ist für die Einbindung der Inhalte der Tagesschau in seinem Online-Auftritt selbst verantwortlich.
Der Nutzer wird die eventuell notwendigen Rechte von den Verwertungsgesellschaften direkt lizenzieren und stellt den NDR von einer eventuellen Inanspruchnahme durch die Verwertungsgesellschaften bezüglich der Zugänglichmachung im Rahmen des Online-Auftritts frei oder wird dem NDR eventuell entstehende Kosten erstatten
Das Recht zur Widerrufung dieser Nutzungserlaubnis liegt insbesondere dann vor, wenn der Nutzer gegen die Vorgaben dieser AGB verstößt. Unabhängig davon endet die Nutzungsbefugnis für ein Video, wenn es der NDR aus rechtlichen (insbesondere urheber-, medien- oder presserechtlichen) Gründen nicht weiter zur Verbreitung bringen kann. In diesen Fällen wird der NDR das Angebot ohne Vorankündigung offline stellen. Dem Nutzer ist die Nutzung des entsprechenden Angebotes ab diesem Zeitpunkt untersagt. Der NDR kann die vorliegenden AGB nach Vorankündigung jederzeit ändern. Sie werden Bestandteil der Nutzungsbefugnis, wenn der Nutzer den geänderten AGB zustimmt.

Einverstanden

Zum einbetten einfach den HTML-Code kopieren und auf ihrer Seite einfügen.

"Wir werden ins 19. Jahrhundert zurückfallen mit diesen Reformen, wir werden binnen 48 Stunden gefeuert werden können, wenn es der Chef will", schimpft ein Bauarbeiter aus Toulouse. "Deshalb bestreiken wir diese Baustelle, wir haben alle Kinder, die studieren. Macron und die Chefs stürzen unsere Kinder in die Armut."

"Mit Zähnen und Klauen"

Doch nicht alle Gewerkschaften sind der Meinung, dass der Protest auf der Straße stattfinden sollte. Laurent Berger von der größten Gewerkschaft CFDT steht den Reformen kritisch gegenüber. Seine Strategie jedoch ist eine andere: "Wir versuchen, diese Verordnungen von innen heraus zu verändern, von heute an versuchen wir, auf die Regierung einzuwirken."

Auf die Regierung einwirken will auch die Opposition: Obwohl Jean-Luc Mélenchon mit seiner Partei "Unbeugsames Frankreich" einen eigenen Aktionstag am 23. September angemeldet hat, läuft er beim Protestmarsch in Marseille mit, kämpferisch wie immer.

Jean-Luc Mélenchon | Bildquelle: AP
galerie

Mélenchon gab sich in Marseille kämpferisch

"Herr Macron weiß, dass das ein Kräftemessen auf Biegen und Brechen ist. Er wollte das, und wir müssen alle gemeinsam zusammen mit den Gewerkschaften einen Block bilden gegen diese Regierung, damit sie zurückweicht. Wir verteidigen hier unser Arbeitsrecht mit Zähnen und Klauen und wir werden sie zurückdrängen."

Kritik an Macron auch in der Ferne

Emmanuel Macron dürfte das alles aus weiter Ferne verfolgt haben: Er flog nach St. Martin. Die Insel in der Karibik war vom Hurrikan "Irma" schwer getroffen worden.

Emmanuel Macron auf Guadelupe | Bildquelle: AFP
galerie

Macron auf dem Weg auf die vom Hurrikan "Irma" zerstörte Insel St. Martin.

Auch wenn er zwölf Tonnen Medikamente und Hilfsmaterialien an Bord hatte, wurde er auch 6700 Kilometer von Paris entfernt nicht durchgehend mit Vorfreude empfangen.

"Wird er uns mit seinem Flugzeug zurück nach Paris nehmen?" ätzte ein Mann, der durch den Sturm alles verloren hat. Eine Frau schimpfte: "Was soll uns das bringen, dass er hierher kommt? Er soll lieber Hilfe schicken, mir ist dieser Typ total egal."

Es sind unruhige Zeiten für den Präsidenten und seine Regierung.

Protest gegen Macrons Arbeitsrechtsreform
Barbara Kostolnik, ARD Paris
12.09.2017 16:40 Uhr

Download der Audiodatei

Wir bieten dieses Audio in folgenden Formaten zum Download an:

Hinweis: Falls die Audiodatei beim Klicken nicht automatisch gespeichert wird, können Sie mit der rechten Maustaste klicken und "Ziel speichern unter ..." auswählen.

Über dieses Thema berichtete tagesschau24 am 12. September 2017 um 14:00 Uhr.

Darstellung: