Umgekippte Müllcontainer im Pariser Viertel Le Marais | Bildquelle: dpa

Gegen Polizeigewalt Proteste erreichen Paris

Stand: 16.02.2017 08:56 Uhr

Seit Tagen gibt es in Pariser Vororten massive Proteste gegen Polizeigewalt. Auslöser ist die mutmaßliche Misshandlung eines jungen Schwarzen durch Polizisten. Jetzt erreichten die Demos die Hauptstadt: Dort wurden Mülleimer angezündet und Flaschen auf Polizisten geworfen.

Knapp zwei Wochen nach den mutmaßlichen Übergriffen von Polizisten bei der Festnahme eines Schwarzen in Frankreich haben die Proteste gegen Polizeigwalt un die Hauptstadt erreicht: Bei einer Demonstration von etwa 400 Menschen kam es in Paris zu Ausschreitungen. Einige Demonstranten zündeten Müllbehälter an und warfen Flaschen auf Polizisten, die ihrerseits Tränengas einsetzten, berichteten die Regionalzeitung "Le Parisien" und andere Medien.

Umgekippte Müllcontainer im Pariser Viertel Le Marais | Bildquelle: AFP
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Umgekippte Müllcontainer im Pariser Viertel Le Marais

Proteste auch in anderen Städten

Auch in anderen Städten des Landes gab es Demonstrationen. In Rouen in der Normandie wurden 21 Menschen vorläufig festgenommen, berichtete die Nachrichtenagentur AFP. In Lille gingen 500 Demonstranten auf die Straße.

Zuvor hatte der französische Staatschef François Hollande die gewalttätigen Ausschreitungen in den Vororten verurteilt. "Es gilt in Frankreich das Prinzip der Demonstrationsfreiheit, es gibt jedoch keine Erlaubnis zu zerstören."

Auslöser für die Proteste ist die mutmaßliche Misshandlung eines jungen Schwarzen durch Polizisten. In der Vorstadt Aulnay-sous-Bois hatten vier Polizisten einen 22-Jährigen bei einer Kontrolle wegen angeblichen Drogenhandels am 2. Februar mit Schlagstöcken schwer verletzt. Gegen die vier Polizisten laufen Ermittlungen, gegen einen von ihnen wegen Vergewaltigung.

Über dieses Thema berichtete die tagesschau am 16. Februar 2017 u.a. um 09:00 Uhr.

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