TV-Diskussion der Präsidentschaftskandidaten in Frankreich | Bildquelle: AFP

TV-Duell der konservativen Kandidaten Ein Außenseiter holt auf

Stand: 18.11.2016 09:30 Uhr

Am Sonntag beginnt bei der bürgerlichen Rechten in Frankreich die Kandidatenkür für die Präsidentenwahl 2017. Kurz vorher lieferten sich die sieben Kandidaten im TV-Duell einen Schlagabtausch. Wenn auch die große Konfrontation ausblieb, einer von ihnen könnte für eine Überraschung sorgen.

Von Marcel Wagner, ARD-Studio Paris

Hart in der Sache, aber auf keinen Fall mit persönlichen Angriffen, das hatten die Kandidatin und ihre sechs Mitstreiter für den gesamten Wahlkampf versprochen. Und so blieb auch im letzten von drei Duellen, kurz bevor sich am kommenden Sonntag fünf von sieben Kandidaten bereits aus dem Rennen verabschieden müssen, die große Konfrontation aus. Vielleicht auch, weil die Themen der Diskussion - wie Außenpolitik, Europa, Umwelt oder Bildung - groß, die Unterschiede zwischen den Kandidaten aber eher klein waren.

Präsidenten-Debatte in Frankreich
tagesschau 12:00 Uhr, 18.11.2016, Ellis Fröder, ARD Paris

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Fillon mit Ansage zu Atompolitik

Dabei gab es gerade aus deutscher Sicht Äußerungen, die aufhorchen ließen, zum Beispiel beim Thema Atomenergie: "Die Atomenergie ist ein Vorteil für die französische Wirtschaft", stellte etwa Ex-Premier François Fillon klar. "Wir müssen die Atomenergie deshalb erneuern. Und vor allem keine Meiler außer Betrieb nehmen, das ist eine unglaubliche Verschwendung. Wir werden Fessenheim nicht schließen. Nicht, solange uns die Atomaufsicht nicht dazu zwingt." Diese Aussage dürfte viele Anwohner des grenznahen Pannenreaktors Fessenheim in Panik versetzen, um so mehr, da Fillon sich anschickt, im Kampf um die Präsidentschaftskandidatur einen sagenhaften Endspurt hinzulegen.

Vor wenigen Wochen noch weit abgeschlagen hinter Alain Juppé, ebenfalls Ex-Premier, und Ex-Präsident Nicolas Sarkozy, hat Francois Fillon nach letzten Umfragen sogar die Chance, in die alles entscheidende Stichwahl der zwei besten einzuziehen.

TV-Diskussion der Präsidentschaftskandidaten in Frankreich: François Fillon | Bildquelle: AFP
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Könnte es in die Stichwahl schaffen: François Fillon.

Juppé zeigt Kante

Vor allem Alain Juppé war daher sichtlich bemüht, auch einmal konservative Ecken und Kanten zu zeigen und knüpfte sich dabei Angela Merkels Flüchtlingsdeal mit der Türkei vor: "Frankreich hat bei diesen Verhandlungen überhaupt nicht mitgemacht, und wir haben Bedingungen akzeptiert, die keinesfalls akzeptabel sind. Zum Beispiel die Visafreiheit für türkische Bürger. Und die Wiederaufnahme von Beitrittsverhandlungen mit der EU. Für die Türkei ist heute in der EU kein Platz."

Dabei gilt Juppé als der moderateste unter den Kandidaten, der mit seiner Idee einer "glücklichen Identität" der Franzosen versucht, Stimmen aus der Mitte einzusammeln.

Nicolas Sarkozy, der sich dagegen seit Beginn des Wahlkampfs als Hardliner inszeniert und eher im rechtsextremen Lager wildert, nutzte daher noch einmal die Gelegenheit, sich von seinem Mitbewerber abzusetzen: "Ich glaube, er unterschätzt den Zorn der Franzosen in Bezug auf das Migrationsproblem. Ich glaube, es gibt keine glückliche Identitäten mit sechs Millionen Arbeitslosen, während Deutschland die Vollbeschäftigung hat. Wenn es junge, in Frankreich geborene Franzosen gibt, die schlechter integriert sind als ihre Großeltern, die nicht in Frankreich geboren sind. Keine glückliche Identität, solange es einen politischen, provozierenden Islam gibt, der die französische Art zu leben verändern will.“

Sarkozy könnte Aus im ersten Wahlgang drohen

TV-Diskussion der Präsidentschaftskandidaten in Frankreich: Nicolas Sarkozy | Bildquelle: AFP
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Nicolas Sarkozy in der TV-Debatte

Obwohl Sarkozy mit seinen Thesen innerhalb des konservativen Lagers laut Umfragen vorne liegt, könnte ihm trotzdem sogar ein Aus schon im ersten Wahlgang am kommenden Sonntag drohen. Denn an der Vorwahl können alle wahlberechtigten Franzosen teilnehmen. Und von denen fürchten manche, bei der Präsidentenwahl im Frühjahr vor die Wahl zwischen einem rechten Nicolas Sarkozy und einer noch rechteren Marine Le Pen vom Front National gestellt zu werden. Die Stimmen derer, die das fürchten, könnten laut Umfragen wiederum Juppé oder Fillon nach vorne bringen. Aber auf Umfragen vertraut spätestens seit der US-Wahl sowieso keiner mehr.

Letztes Kandidatenduell der "Les Républicains"
M. Wagner, ARD Paris
18.11.2016 08:44 Uhr

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Über dieses Thema berichtete die tagesschau am 18. November 2016 um 12:00 Uhr.

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