Fragen und Antworten

Fragen und Antworten Holte sich das FBI externe Hilfe?

Stand: 29.03.2016 12:30 Uhr

Wie dem FBI die Entsperrung des iPhones eines islamistischen Attentäters gelingen konnte, ist unbekannt. Unser Korrespondent in Los Angeles geht dieser und weiteren Fragen nach. Eine Theorie: Die amerikanische Bundespolizei erhielt externe Hilfe.

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Von Marcus Schuler, ARD-Studio Los Angeles

Wie ist es dem FBI gelungen, an die Daten heranzukommen?

Das ist die große Frage. Ob wir das je genau erfahren, ist offen. Aber es gibt einige Theorien, wie es dem FBI gelungen sein könnte, an die Daten zu kommen. Die wahrscheinlichste scheint zu sein, dass man externe Hilfe bekommen hat.

Es geistert immer wieder der Name einer israelischen Sicherheitsfirma herum. Cellbrite in der Nähe von Tel Aviv. Es kann aber auch ganz anders sein und die Sicherheitsbehörden konnten vielleicht sogar einen Apple-Mitarbeiter überreden, mit ihnen heimlich zu kooperieren.

Welche Reaktion gibt es von Apple?

Das Unternehmen erklärte, man glaube fest daran, dass die Menschen in den USA und in der ganzen Welt ein Recht auf Datenschutz, Sicherheit und Privatsphäre hätten. Das Eine für das Andere zu opfern, setze Menschen nur noch größerer Gefahr aus. Der Fall hätte nie vor einem Gericht landen dürfen, betonte man am kalifornischen Firmensitz in Cupertino. Man werde die Sicherheit der eigenen Produkte weiter erhöhen.

Wie sicher sind nach dem Knacken des Geräts die iPhones?

Spätestens nach der Snowden-Affäre wissen wir, dass die US-Behörden Top-Informatiker in ihren Reihen beschäftigen. Dennoch: Es hat ja fast vier Monate gedauert, bis das Gerät der San-Bernadino-Attentäter entschlüsselt worden ist. Erst wenn wir wissen, wie es dem FBI gelungen ist, die Entschlüsselung des Geräts auszuhebeln, kann man abschätzen, wie gefährlich diese Lücke wirklich ist.

Angeblich hat Apple das Recht von den US-Behörden zu erfahren, worin die Sicherheitslücke besteht. Stimmt das?

In der Tat gibt es da eine entsprechende Vorschrift, "Equities Review" heißt sie. Ein Regierungsgremium muss sich die Sache anschauen und dann entscheiden, ob die Sicherheitslücke so schwerwiegend ist, dass eventuell alle anderen Millionen iPhones auch gefährdet sind. Und dann könnte Apple direkt erfahren, wie der Hack geklappt hat.

Gibt es Reaktionen von Datenschützern auf diesen Fall?

Evan Greer von der Non-Profit-Organisation "Fight for the Future" sagte, die Glaubwürdigkeit des FBI habe einen neuen Tiefpunkt erreicht. Die Ermittler hätten das Gericht und die Öffentlichkeit belogen, um einen "gefährlichen Präzedenzfall zu schaffen".

Alex Abdo, ein Bürgerrechtsanwalt von der American Civil Liberties Union, glaubt, dass der Fall noch längst nicht beendet ist. Er meinte, es handele sich "lediglich um eine Verzögerung in einem unvermeidlichen Kampf" über die Frage, ob die Regierung einen Konzern wie Apple zwingen könne, die Sicherheit seiner Produkte zum Zweck von Ermittlungen zu untergraben.

Über dieses Thema berichtete die tagesschau am 29. März 2016 um 12:00 Uhr.

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