Szene eines NFL-Spiels | Bildquelle: dpa

NFL-Funktionär räumt Zusammenhang ein Krankes Gehirn durch Football

Stand: 15.03.2016 15:45 Uhr

Gedächtnisverlust, Depressionen und Demenz - das sind Folgen der Gehirnkrankheit CTE. Wegen der vielen Gehirnerschütterungen ist sie oft bei verstorbenen American-Football-Profis nachweisbar. Dass das kein Zufall ist, bestätigte nun erstmals ein Liga-Funktionär.

Von Martina Buttler, ARD-Studio Washington

American Football löst die degenerative Gehirnerkrankung CTE aus. Das bestätigte zum ersten Mal ein hochrangiger Offizieller der US-Profiliga NFL.

Bei einer Anhörung im US-Repräsentantenhaus wurde NFL-Vizepräsident Jeff Miller mit den Studienergebnissen der Boston University konfrontiert. Bei 96 Prozent der untersuchten verstorbenen Spieler wurde demnach die Krankheit nachgewiesen. Miller erwiderte auf die Frage, ob American Football die Gehirnerkrankung auslöse: "Die Antwort ist Ja. Es gibt dieser Studie zufolge einen Zusammenhang. Die Wissenschaftler haben CTE bei vielen ehemaligen Spielern nachgewiesen."

Gedächtnisverlust, Depressionen und Demenz

Die Gesundheit der Profis wird durch wiederholte Gehirnerschütterungen gefährdet. Die Gehirnkrankheit CTE kann zu Gedächtnisverlust, Depressionen und Demenz führen. Sie ist erst nach dem Tod nachweisbar. Dutzende NFL-Stars begingen wegen der Krankheit Selbstmord.

Ehemalige NFL-Profis und Angehörige verstorbener Spieler werfen der Football-Liga seit längerem vor, nicht angemssen mit dem Thema umzugehen. Erst vor wenigen Tagen hatte die ehemalige US-Fußballnationalspielerin Brandi Chastain erklärt, ihr Gehirn nach ihrem Tod zu Forschungszwecken zur Verfügung zu stellen. Damit will sie die Diskussion, die sich bisher häufig auf Football und Boxen beschränkt, auch im Fußball in Gang bringen.

Darstellung: