Michael Flynn | Bildquelle: REUTERS

Nach Flynn-Rücktritt Aufruhr im Trump-Team

Stand: 14.02.2017 17:51 Uhr

Die Reaktionen auf den Rücktritt von Trumps Sicherheitsberater Flynn fallen unter Republikanern auffällig verhalten aus. Auch sie wollen wissen: Kann es überhaupt sein, dass der Mann allein handelte, als er mit Russland mauschelte?

Von Andreas Horchler, ARD-Studio Washington

Am 29. Dezember, Wochen vor dem Amtsantritt Donald Trumps, telefonierte Michael Flynn, der designierte nationale Sicherheitsberater des künftigen Präsidenten mit dem russischen Botschafter Sergej Kisljak in Washington. Ein brisanter Inhalt des Gesprächs: die gerade von Präsident Obama verhängten Sanktionen gegen Russland. Offiziell hatte Flynn behauptet, die Sanktionen seien kein Thema gewesen. Aber Geheimdienste hatten mitgehört.

Nun trat Flynn gut drei Wochen nach seinem Amtsantritt zurück. In einem Schreiben räumte der ehemalige General ein, Vizepräsident Mike Pence "unvollständig" über seine Telefonate mit dem russischen Botschafter informiert zu haben. 

US-Sicherheitsberater Flynn zurückgetreten
tagesschau 20:00 Uhr, 14.02.2017, Stefan Niemann, ARD Washington

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Handelte Flynn auf eigene Faust?

Am Morgen nach dem nächtlichen Rücktritt Flynns fragten US-Medien: Ist es möglich, dass Sicherheitsberater Flynn allein, ohne Wissen des Präsidenten und seines Teams handelte? Zweifel dominierten, die Demokraten im US-Senat beantragten eine Untersuchung des Vorfalls.

Donald Trumps Kommunikationsberaterin Kellyanne Conway trat in den Frühsendungen der Informationssender vor die Kameras und begründete den Rücktritt Flynns, nachdem sie noch gestern geäußert hatte, er genieße das Vertrauen des Präsidenten. "Ich denke, den Vizepräsidenten irrezuführen, hat hier den Ausschlag gegeben", sagte Conway. "Ich habe am Morgen mit dem Präsidenten gesprochen. Er bat mich, in seinem Namen zu wiederholen, dass Mike Flynn zurückgetreten ist und er entschieden hat, dass die Situation für ihn unhaltbar geworden ist."

Warnung aus dem Justizministerium

Pikant: Bereits vergangenen Monat hatte die amtierende Justizministerin Sally Yates gewarnt, Flynn habe nicht aufrichtig über seine Gespräche mit dem russischen Botschafter Auskunft gegeben. Das Ministerium fürchte, Flynn könnte anfällig für Erpressungsversuche aus Moskau sein. Yates, die noch aus der Obama-Regierung stammte, war von Präsident Trump im Streit über dessen Erlass zum Einreisestopp entlassen worden.

Die Warnungen sind mindestens zwei Wochen alt, berichten US-Medien. Noch am Wochenende aber sagte Präsident Trump an Bord der Präsidentenmaschine Air Force One: "Habe ich nicht gesehen. Was für ein Bericht ist das?"

Unentschlossene Reaktionen

Republikanischen Politikern fiel es am Morgen schwer, auf die aktuelle Entwicklung zu reagieren. Der Abgeordnete Chris Collins, seit langem Weggefährte Donald Trumps, warb dafür, nach vorn zu sehen. Und John Thune, republikanischer Senator aus South Dakota, beschwichtigt mit den Worten: "Solche Dinge passieren eben. Es gibt immer mal Mitglieder eines Teams, die über das Ziel hinaus schießen."

Wer wusste wann was?

Journalisten und Politiker beider Parteien wollen von der Regierung wissen, wer wann was wusste. Ben Rhodes, ehemaliger Sicherheitsberater Barack Obamas, schrieb in den sozialen Medien: "Wenn ein Wahlkampfmanager und der Nationale Sicherheitsberater beide wegen ihrer Russland-Verbindungen zurücktreten, steckt mehr dahinter. Manafort und Flynn hatten keine Gemeinsamkeiten außer Russland und Trump."

David Frum, der für die Zeitschrift "The Atlantic" den Verbindungen zwischen der neuen US-Regierung und Russland nachgeht, sieht hinter dem Skandal um Flynn eine insgesamt beschädigte US-Außenpolitik: "Die Nutznießer dieser Einmischung scheinen eine Belohnung für Russland ausgehandelt zu haben, ob Flynn allein oder auch andere: Es war das Versprechen, Sanktionen zu beenden. Das ist erschütternd. Nicht, weil wir hier eine nicht autorisierte Außenpolitik beobachten, sondern wegen des Inhalts dieser Außenpolitik."

Für die Nachfolge Michael Flynns kommen nach Angaben des Weißen Hauses drei pensionierte Militärs in Frage: Keith Kellog, der zunächst kommissarisch an die Stelle Flynns tritt, Robert Harward und David Petraeus.

Aufruhr im Trump-Team - Nationaler Sicherheitsberater Flynn nimmt seinen Hut
A. Horchler, ARD Washington
14.02.2017 16:58 Uhr

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Über dieses Thema berichtete die tagesschau am 14. Februar 2017 um 17:00 Uhr.

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