Michael Flynn | Bildquelle: REUTERS

Vorladung vor US-Ausschuss Flynn unter Druck

Stand: 11.05.2017 08:29 Uhr

Bei der Aufdeckung seiner Russland-Kontakte kooperiert Trumps Ex-Sicherheitsberater Flynn bisher nicht. Deshalb hat ihn nun der Geheimdienstausschuss des Senats vorgeladen. Spannend wird sein, ob er dort "seine Geschichte" tatsächlich erzählt.

Der Geheimdienstausschuss des US-Senats hat den Ex-Sicherheitsberater Michael Flynn vorgeladen. So soll der ehemalige Trump-Vertraute zur Kooperation gezwungen werden und Unterlagen über die Affäre um eine mögliche russische Einflussnahme auf die US-Präsidentschaftswahl herausgeben. Bisher hatte Flynn dies auf eine informelle Bitte hin verweigert.

In Verhandlungen mit dem Ausschuss hatte Flynn zuletzt angeboten, zu einer Befragung zu erscheinen, wenn ihm Immunität zugesichert werde. Flynns Anwalt Robert Kelner hatte im März erklärt, Flynn habe eine "Geschichte zu erzählen". Doch niemand würde auf eine Aussage vor dem Geheimdienstausschuss eingehen, wenn es keine Absicherungen vor einer "unfairen Strafverfolgung" gebe.

Hintergrund der Ermittlungen sind Flynns Gespräche mit dem russischen Botschafter in den USA, Sergej Kisljak, noch vor der Amtsübernahme von US-Präsident Donald Trump. Nach Angaben des Weißen Hauses führte Flynn Vize-Präsident Mike Pence und andere Top-Regierungsvertreter über eben diese Gespräche in die Irre. In der Folge war er nach weniger als einem Monat als Nationaler Sicherheitsberater von Trump entlassen worden.

Auch Comey eingeladen

Flynns Kontakte zu Moskau werden auch vom FBI untersucht. Der gefeuerte Ex-Behördenchef James Comey soll nun wie Flynn vor dem Geheimdienstausschuss des Senats sprechen. Er soll kommenden Dienstag hinter verschlossenen Türen befragt werden. Comey hatte die Ermittlungen zu möglichen illegalen Absprachen zwischen Trumps Wahlkampfteam und der russischen Regierung geleitet. Sein Rauswurf am Dienstag hatte das politische Washington erschüttert. Die oppositionellen Demokraten äußerten den Verdacht, dass Trump in der Affäre um Russland-Kontakte seines Wahlkampfteams etwas zu verbergen habe: Möglicherweise seien die Ermittlungen unter Comeys Führung dem Weißen Haus zu nahe gekommen und stellten eine Gefahr für Trump dar.

Über dieses Thema berichtete Deutschlandfunk am 11. Mai 2017 um 12:25 Uhr

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