Flugzeugabsturz über Sinai-Halbinsel

Katastrophe auf dem Sinai Russisches Passagierflugzeug abgestürzt

Stand: 31.10.2015 12:12 Uhr

Gegen 8:15 Uhr kamen die ersten Meldungen über ein vom Radar verschwundenes Flugzeug - 40 Minuten später herrschte traurige Gewissheit: Auf dem Sinai ist eine russische Passagiermaschine abgestürzt. Mehr als 200 Menschen sollen an Bord gewesen sein.

Auf der ägytischen Halbinsel Sinai ist am Morgen ein russisches Passagierflugzeug abgestürzt. Dies teilte das Büro von Ministerpräsident Scharif Ismail offiziell mit. Die Maschine mit der Flugnummer 7K9268 war nach Angaben aus Moskau auf dem Weg vom Badeort Sharm El-Sheikh ins russische St. Petersburg.

An Bord des Airbus A321 befanden sich 224 Menschen, darunter 217 Passagiere und sieben Crewmitglieder, wie das ägyptische Ministerium für zivile Luftfahrt bestätigte. Rettungskräfte berichteten, das Flugzeug sei "komplett zerstört" worden. Dass es Überlebende gibt, gilt darum als unwahrscheinlich. Die Trümmerteile wurden den Angaben zufolge in der Nähe des Al-Arisch-Flughafens im äußersten Norden des Sinai gefunden.

Russisches Passagierflugzeug in Ägypten abgestürzt
tagesschau24 13:00 Uhr, 31.10.2015, Bernd Wode, ARD-aktuell

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Kurz nach dem Start soll die Besetzung technische Probleme gemeldet haben. Der Pilot habe angekündigt, auf dem nächstgelegenen Flughafen landen zu wollen, sagte Aiman al-Mukadem, Mitglied des ägyptischen Komitees für Zwischenfälle im Luftverkehr. Danach sei der Kontakt zu den Fluglotsen abgebrochen. Bislang gebe es laut russischen Quellen keine Hinweise auf einen möglichen Anschlag, sagte ARD-Moskau-Korrespondentin Birgit Virnich in der tagesschau.

"Die Maschine ist komplett zerstört"

Flightradar24 @flightradar24
Flight #7K9268 was descending with about 6000 feet per minute just before signal was lost
https://t.co/RlcJTpDHwI https://t.co/T4Wq78bhyi

Das renommierte Flugdatenportal "flightradar24" twitterte, dass die Maschine den Aufzeichnungen zufolge mit rund 6000 Fuß pro Minute gesunken sei, bevor das Radarsignal verloren ging. Das entspricht umgerechnet einer Sinkrate von 30,5 Metern pro Sekunde.

Die ersten Meldungen, dass über Ägypten ein Flugzeug vom Radar verschwunden sei, waren gegen 8:15 Uhr gekommen. Rund 40 Minuten später bestätigte die ägyptische Regierung schließlich den Absturz.

T. Aders und B. Virnich, ARD, zum Flugzeugabsturz
tagesschau 12:55 Uhr, 31.10.2015

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Das Flugzeug gehört zur einer Airline namens Kolavia

Die Maschine gehört zur im Westen weithin unbekannten sibirischen Fluglinie Kolavia, die 1993 gegründet wurde. Der Name ist die Kurzform von Kogalym-Avia, benannt nach der sibirischen Stadt Kogalym – 2000 Kilometer östlich von Moskau. Dort hat die Airline ihren Hauptsitz. Unter dem Namen "Metrojet" bietet sie Charterflüge von verschiedenen russischen Flughäfen, vor allem von Moskau und Sankt Petersburg aus, zu Urlaubszielen an.

Zur Flotte gehören neben dem heute abgestürzten Airbus A321 nach Angaben der Gesellschaft acht weitere Maschinen vom Hersteller Airbus. Russischen Medienberichten zufolge soll der abgestürzte Airbus A321 rund 18 Jahre alt gewesen sein und sich seit 2012 im Besitz von Kolavia befunden haben.

Putin ordnet Untersuchung an

Der russische Präsident Wladimir Putin ordnete die Bildung einer staatlichen Untersuchungskommission an. Die Leitung übernehme Regierungschef Dmitri Medwedew, teilte der Kreml mit. Putin versprach zudem sofortige Hilfe für die Angehörigen der Opfer und sprach ihnen sein Beileid aus. Die russische Generalstaatsanwaltschaft leitete der Agentur Interfax zufolge eine Prüfung der Tragödie ein.

Der Sinai wird seit Jahren von Unruhen erschüttert. Die ägyptische Armee geht dort gegen bewaffnete Islamisten vor. Die Islamisten sollen enge Verbindungen zur Terrormiliz "Islamischer Staat" (IS) haben, der sich in Syrien und im Irak ausbreitet. Die Gruppe nennt sich "Sinai-Provinz des IS".

Mehr als 220 Tote bei Flugzeugabsturz in Ägypten
S. Rossi, ARD Kairo
31.10.2015 13:36 Uhr

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Das Passagierflugzeug Airbus A321

Das Kurz- und Mittelstreckenflugzeug A321 des europäischen Flugzeugbauers Airbus ist die größere Ausführung des Passagierjets A320. Die Versionen unterscheiden sich vor allem in ihrer Länge und damit im Platzangebot. Im 44,51 Meter langen A321 können bis zu 220 Fluggäste befördert werden. Die Reichweite des seit 1993 fliegenden Jets wird mit 7400 Kilometern angegeben. Damit sind auch Transatlantikflüge möglich. Nach Angaben von Airbus wurden bis September 2015 mehr als 1150 Maschinen des Typs A321 ausgeliefert.

Mit Informationen von Markus Sambale, ARD-Hörfunkstudio Moskau.

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