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Syrisches Flugzeug in Ankara

Türkische Regierung beschuldigt Russland

Flugzeug hatte Militärmaterial für Syrien an Bord

Die von der Türkei beschlagnahmte Fracht einer syrischen Passagiermaschine enthielt nach Angaben des türkischen Ministerpräsidenten Recep Tayyip Erdogan militärisches Material. Ein russischer Rüstungshersteller habe dies an das Verteidigungsministerium in Damaskus schicken wollen, sagte Erdogan dem türkischen Fernsehsender NTV. Absender sei die russische Behörde für Industrie und Chemie.

Die beschlagnahmten Güter würden nun von den Behörden näher untersucht. Genauere Angaben über die Art des Fundes machte Erdogan nicht. In Medienberichten ist inzwischen von Kommunikationsausrüstung, Störsendern und Raketenteile die Rede. Das gestoppte Flugzeug fliegt die Strecke Moskau-Damaskus zwei Mal pro Woche. Auch woher die Informationen über die verdächtige Ladung bei dem Flug am Mittwoch stammten, wollte Erdogan nicht sagen.

Die Türkei beschwerte sich über das syrische Konsulat in Istanbul über eine Verletzung des türkischen Luftraums und einen Verstoß gegen die Bestimmungen der internationalen Luftfahrt. Entsprechende Transporte müssten zehn Tage vorher angemeldet werden.

Offenbar Militärmaterial aus Moskau an Bord
nachtmagazin 00:04 Uhr, 12.10.2012, Thomas Stephan, ARD Kairo

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Damaskus und Moskau übten scharfe Kritik

Damaskus und Moskau übten unterdessen ihrerseits scharfe Kritik an der Türkei. Russland warf den türkischen Behörden vor, das Leben russischer Staatsbürger gefährdet zu haben. Zudem hätten die Passagiere acht Stunden lang in dem Flugzeug ausharren müssen, ohne sich im Flughafen mit Nahrungsmitteln versorgen zu können. Präsident Wladimir Putin sagte eine für Montag geplante Reise in die Türkei ab.

Die Chefin der syrischen Agentur für zivile Luftfahrt, Ghaidaa Abdul Latif, meinte, die Zwischenlandung stehe im Widerspruch zu Regelungen in der internationalen Luftfahrt. Zunächst hätte der Pilot gefragt werden müssen, sagte er. Stattdessen hätten Kampfflugzeuge die Maschine direkt zur Zwischenlandung gezwungen.

Westerwelle: "Niemand sollte jetzt Öl ins Feuer gießen"

Bundesaußenminister Guido Westerwelle forderte Aufklärung durch die beteiligten Länder: "Niemand sollte jetzt Öl ins Feuer gießen und die Spannungen zusätzlich anheizen. Vor allem die syrische Seite sollte nicht durch Rhetorik, sondern inhaltlich zur Aufklärung beitragen", sagte er während eines Besuchs in Peking.

Die türkischen Behörden hatten am späten Mittwochabend das syrische Passagierflugzeug zur Landung gezwungen, nachdem sie Geheimdienstinformationen über "nicht-zivile Fracht" erhalten hatten. Das Flugzeug war in Moskau gestartet. Es durfte nach Durchsuchung der türkischen Behörden seine Reise nach Damaskus fortsetzen.

Stand: 11.10.2012 21:15 Uhr

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