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Nach erzwungener Landung eines syrischen Flugzeugs
Ankara gibt Flugzeug wieder frei
Das zur Landung gezwungene syrische Passagierflugzeug ist wieder freigegeben worden. Die Maschine mit allen 35 Passagieren an Bord habe eine Starterlaubnis bekommen, berichtete die Nachrichtenagentur Anadolu. Die Ladung des Airbus A320 bleibt indes von den türkischen Behörden beschlagnahmt. Sie enthalte Teile, "die bei Zivilflügen nicht erlaubt sind", sagte der türkische Außenminister Ahmet Davutoglu laut einer Anadolu-Meldung.
Davutoglu sagte, die Ladung werde weiter untersucht, nannte aber keine Details. Die türkische Tageszeitung "Hürriyet" meldete auf ihrer Webseite unter Berufung auf Sicherheitskreise, es seien Kommunikationsausrüstung und Störsender gefunden worden. Der türkische Fernsehsender NTV berichtete, die Behörden hätten Raketenteile gefunden.
Airbus - Geräte beschlagnahmt, Weiterflug nach Damaskus
R. Baumgarten, ARD Istanbul
11.10.2012 06:23 Uhr
Das Flugzeug war am Abend von Flugzeugen der türkischen Luftwaffe zur Landung in Ankara gezwungen worden, nachdem der Verdacht bestanden hatte, dass Waffen an Bord seien. Es war auf dem Weg von Moskau nach Damaskus. Russland ist ein enger Verbündeter von Machthaber Baschar al Assad und dessen wichtigster Waffenlieferant. Davutoglu sagte, Ankara sei entschlossen, alle Waffentransporte für Syrien durch den türkischen Luftraum zu stoppen.
Syrien warf der Türkei laut einem Fernsehbericht "Luftpiraterie" vor. Das Abfangen eines syrischen Verkehrsflugzeugs durch die türkische Luftwaffe verletze internationale Verträge über die zivile Luftfahrt, zitierte der libanesische Sender Al-Manar den syrischen Verkehrsminister Mahmud Said.
Warnung vor syrischem Luftraum
Gleichzeitig warnten türkische Behörden die Fluggesellschaften des Landes davor, den syrischen Luftraum zu durchqueren. Türkische Medien berichten außerdem, eine Maschine von Turkish Airlines sei angewiesen worden, Syrien aus Sicherheitsgründen nicht zu überfliegen. Sie habe islamische Pilger von der türkischen Stadt Bursa in die saudische Stadt Dschidda bringen sollen. Der TV-Sender CNN Türk meldete, das Flugzeug sei in der Türkei in der Stadt Adana gelandet.
Angespannte Beziehungen
Die Beziehungen zwischen der Türkei und Syrien sind äußerst angespannt. Die Türkei stellt sich im Syrien-Konflikt offen auf die Seite der Aufständischen und hat etwa 100.000 Flüchtlinge und Oppositionelle aufgenommen. Seit rund einer Woche schlagen im türkischen Grenzgebiet immer wieder Granaten aus Syrien ein, die Türkei feuert zurück.
Syrisches Flugzeug zur Landung gezwungen
ARD-Morgenmagazin, 11.10.2012, Markus Preiß, WDR
Stand: 11.10.2012 07:29 Uhr
