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22.03.2010

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Ausland
Flughafen-Schilder (Foto: AFP)
Kontrollen auf Flughäfen werden verschärft
Reaktion auf vereitelten Anschlag

Kontrollen auf Flughäfen werden verschärft

Der gescheiterte Anschlag auf ein US-Verkehrsflugzeug hat neue Terrorangst geschürt: Als Konsequenz werden nun auch in Deutschland die Kontrollen im Luftverkehr verschärft. Was genau bei den Kontrollen intensiviert werde, wollte die Bundespolizei aus "taktischen Gründen" nicht bekanntgeben.

Das Bundespolizeipräsidium in Potsdam nimmt den Vorfall in Detroit nach eigenen Angaben zum Anlass, "die bestehenden hohen Sicherheitsstandards durch zusätzliche Kontrollmaßnahmen zu ergänzen". Es müsse damit gerechnet werden, dass Passagiere auch noch mit einer Handsonde abgetastet werden. Die Passagiere sollten unbedingt ein entsprechendes Zeitpolster einplanen und überpünktlich vor dem Abflug ihrer Maschine erscheinen, sagte eine Sprecherin.

Auf dem Frankfurter Flughafen gibt es laut eines Sprechers keine Verzögerungen wegen der verschärften Kontrollen. In München müssen USA-Reisende am Terminal 2 eine Sonderkontrollstelle passieren. In Berlin wurde dazu geraten, "überpünktlich" zum Flughafen zu kommen, um USA-Flüge ohne Probleme zu erreichen. In Düsseldorf wurde allen USA-Reisenden empfohlen, drei Stunden vor Abflug zu erscheinen.

Flughafen-Polizei (Foto: AFP) Großansicht des Bildes [Bildunterschrift: Die Flughafen-Polizei von Los-Angeles patrolliert mit Hunden.]
Sicherheitskontrolle (Foto: picture-alliance / dpa) [Bildunterschrift: Längere Wartezeiten sind die Folge der verstärkten Kontrollen. ]
 

Keine Gegenstände mehr auf dem Schoß

Zuvor hatte schon die US-Regierung ihre Sicherheitsbestimmungen offiziell verschärft. Die Maßnahmen gälten "unverzüglich" sowohl für Inlands- als auch für internationale Flüge, "um die Sicherheit der Reisenden weiterhin sicherzustellen", teilte das US-Heimatschutzministerium mit. Ministerin Janet Napolitano sagte, die USA arbeiteten eng mit anderen Regierungen zusammen. Wie genau die neuen Maßnahmen aussehen, darüber machte Napolitano keine Angaben.

Air Canada indes veröffentlichte eine Erklärung, nach der es Fluggästen eine Stunde vor der Landung nicht mehr gestattet werden soll, ihren Sitzplatz zu verlassen oder Zugang zu ihrem Handgepäck zu haben. Auch dürften keine Gegenstände mehr auf dem Schoß aufbewahrt werden.

Sicherheitsexperte fordert Nacktscanner

Der frühere Leiter der Sicherheitsabteilung von Northwest Airlines, Douglas R. Laird regte an, die Metalldetektoren an Flughäfen durch sogenannte Nacktscanner zu ersetzen. Ansonsten könne die Gefahr nicht gebannt werden, dass Sprengstoff mit an Bord geschmuggelt werde, so Laird. Die Methode, mit der Passagiere bis auf die Haut durchleuchtet werden, gilt bislang als umstritten.

Polizei mit Spürhund (Foto: REUTERS) Großansicht des Bildes [Bildunterschrift: Verstärkte Kontrollen auch am Flughafen in Detroit. ]

Sicherheitslücke in Amsterdam?

Unterdessen untersucht die EU-Kommission, ob alle Sicherheitsregeln in Europa eingehalten wurden. "Ich bin entsetzt über die versuchte Terrorattacke auf einem Flug von Amsterdam nach Detroit am Weihnachtstag", erklärte EU-Innen- und Justizkommissar Jacques Barrot. Niederländische Parlamentarier forderten eine lückenlose Aufklärung der Umstände. Das Justizministerium müsse erklären, wie der Nigerianer am Airport Schiphol explosionsfähiges Material mit an Bord der Maschine der Delta Airlines bringen konnte. Der Ruf des Amsterdamer Flughafens als zuverlässiges internationales Luftdrehkreuz stehe auf dem Spiel, erklärte der Abgeordnete der regierenden Sozialdemokraten, Ton Heerts. Nach Angaben eines Flughafensprechers seien auf Schiphol alle geltenden Vorschriften für die Kontrolle von Transitpassagieren eingehalten worden.

Stand: 27.12.2009 04:39 Uhr
 

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