Übergabe der Black Box von MH17

Niederlande untersuchen MH17-Black-Box "Stimmenrekorder ist nicht manipuliert"

Stand: 24.07.2014 09:58 Uhr

Die Daten aus dem Stimmenrekorder der über der Ostukraine abgestürzten Malaysia-Airlines-Maschine sind nach Ansicht der niederländischen Ermittler nicht manipuliert worden. "Der Cockpitrekorder war beschädigt, aber die Speicher waren intakt", teilte der niederländische Sicherheitsrat mit. Die Niederlande leiten die Untersuchung zum mutmaßlichen Abschuss von Flug MH17, weil der größte Teil der Passagiere von dort stammte.

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Prorussische Separatisten, die die Absturzregion im Osten der Ukraine kontrollieren, hatten nach einigen Tagen die Black Box mit dem Stimmenaufzeichnungen aus dem Cockpit und dem Flugdatenschreiber zunächst an malaysische Behörden übergeben. Diese reichten sie an die niederländischen Experten weiter. Mittlerweile befinden sich der Flugdatenschreiber und der Stimmenrekorder in Großbritannien.

Dort gelang es Spezialisten, die Daten zur weiteren Analyse herunterzuladen. Die Untersuchung der Informationen aus dem Flugdatenrekorder soll heute beginnen. Von der Auswertung, an der auch russische Experten beteiligt sind, werden Hinweise darauf erwartet, warum die Boeing abstürzte. Die Ukraine und prorussische Separatisten beschuldigen sich gegenseitig, die Passagiermaschine abgeschossen zu haben.

Hatten Separatisten BUK-Systeme?

In diesem Zusammenhang sorgten die Angaben des ostukrainischen Rebellenkommandeurs Alexander Chodakowski für Aufsehen. Gestern hatte ihn die Nachrichtenagentur Reuters noch mit der Aussage zitiert, die Separatisten hätten über BUK-Luftabwehrraketen verfügt, mit denen der MH17-Abschuss möglich gewesen wäre. Das System stamme möglicherweise aus Russland und sei eventuell wieder dorthin zurückgebracht worden, um zu verschleiern, dass die Separatisten darüber verfügt hätten.

Separatisten-Kommandeur Alexander Chodakowski
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Sepratisten-Kommandeur Chodakowski sorgte für Verwirrung.

Heute wies Chodakowski diesen Bericht aber zurück. "Ich habe keine Kenntnis davon, dass die Aufständischen eine solche Waffe besitzen", sagte er dem Staats-TV Russia Today. Er habe mit einem westlichen Journalisten nur Möglichkeiten für den Abschuss durchgesprochen. Bei dem auf Video aufgezeichneten Gespräch habe es allerdings einen "roten Faden" gegeben - mit der Aussage, dass er den BUK-Einsatz nicht bezeugen könne.

Schon vor dem mutmaßlichen Abschuss der Passagiermaschine hatten verschiedene Rebellenführer behauptet, über BUK-Systeme zu verfügen. Nach dem Absturz des Flugzeugs, bei dem 298 Menschen ums Leben kamen, hatten sie dann allerdings den Besitz solcher Raketen bestritten.

Über dieses Thema berichtete die tagesschau am 23. Juli 2014 um 20:00 Uhr.

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