Russisches Kriegsschiff im Kaspischen Meer | Bildquelle: REUTERS

EASA warnt vor russischen Raketen im Luftraum Die Angst vor einer Wiederholung von MH17

Stand: 12.10.2015 11:53 Uhr

Mit dem Abschuss von Flug MH17 über der Ostukraine wurde die Angst vor einem Raketenbeschuss von Passagiermaschinen real. Wegen des Syrien-Krieges hat nun die EASA einen Sicherheitshinweis veröffentlicht. Eine Fluggesellschaft reagierte bereits.

Russland bombardiert Syrien mit Raketen, die von Kriegsschiffen im Kaspischen Meer abgeschossen werden. Doch auf dem Weg in das Bürgerkriegsland kreuzen die Flugkörper eine populäre Route von Passagiermaschinen.

Deshalb hat die Europäische Agentur für Luftfahrtsicherheit (EASA) nun eine Sicherheitsinformation für den Luftraum über dem Kaspischen Meer, dem Iran und dem Irak veröffentlicht. Darin weist die Behörde auf das Problem hin, spricht jedoch keine konkrete Warnung aus. Dies könne sich jedoch ändern, sobald genauere Informationen vorlägen, schreibt die EASA.

Air France reagiert, Lufthansa sondiert

Die französische Fluggesellschaft Air France hat auf Empfehlung ihrer eigenen Sicherheitsdirektion bereits reagiert. Laut einem Bericht der "Welt" wurden "spezielle Vorkehrungen" für den Überflug des Iran und des Kaspischen Meeres getroffen. Aus Sicherheitsgründen wollte die Airline jedoch keine weiteren Einzelheiten nennen. Derzeit fliegt Air France nicht über den Jemen, die Ostukraine, Syrien, den Irak und Libyen. Die Sicherheitsabteilung habe nach eigenen Angaben zudem angeordnet, dass eine Pufferzone zwischen der vom Überflug verbotenen Zone und der Flugroute eingehalten werden müsse.

Eine Lufthansa-Sprecherin sagte der Zeitung, nach aktueller Erkenntnis bestehe keine Erfordernis, auf alternative Routen auszuweichen. Grundsätzlich sei die Lage aber volatil. Deshalb stehe die Fluggesellschaft in ständigem Austausch mit den deutschen und europäischen Flugsicherheitsbehörden, um reagieren zu können, falls die Lage dies erforderlich mache.

Russisches Kriegsschiff | Bildquelle: dpa
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Russisches Kriegsschiff im Kaspischen Meer

Marschflugkörper und Passagiermaschinen auf unterschiedlichen Höhen

Im Juli 2014 war eine Passagiermaschine der Malaysia Airlines mit der Flugnummer MH17 über dem ukrainischen Kriegsgebiet Donbass abgeschossen worden. An Bord waren 298 Menschen. Die Hintergründe der Katastrophe sind noch nicht restlos aufgeklärt.

Die gängige Reiseflughöhe von Passagiermaschinen beträgt 9000 bis 12.000 Meter. Laut "Welt" sind die Marschflugkörper dagegen - um nicht vom Radar erkannt werden - in einer Höhe auf 200 Metern unterwegs.

Wie genau treffen die russischen Raketen?

Vergangene Woche hatte ein US-Regierungsvertreter Russland vorgeworfen, dass vier Marschflugkörper nicht wie geplant in Syrien eingeschlagen seien, sondern im Iran. Russland dementierte die Angaben. "Alle Geschosse haben ihr Ziel getroffen", erklärte das Verteidigungsministerium. Auch der Iran bestritt die Vorwürfe. Teheran unterstützt den syrischen Präsidenten Bashar al-Assad und die russischen Luftangriffe auf den IS in Syrien.

In einer früheren Version dieser Meldung haben wir den Begriff Boden-Luft-Raketen verwendet. Tatsächlich werden jedoch Boden-Boden-Raketen eingesetzt. Wir bitten den Fehler zu entschuldigen.

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