Rettungsschiff Sea-Eye | Bildquelle: dpa

"Iuventa" und "Sea-Eye" Entwarnung auf dem Mittelmeer

Stand: 17.04.2017 20:53 Uhr

Das Rettungsschiff "Iuventa" hat Entwarnung gemeldet. Die Crew konnte alle Flüchtlinge an ein anderes Rettungsboot übergeben. Auch das Rettungsschiff "Sea-Eye" ist außer Gefahr. Wegen zu vieler Flüchtlinge an Bord waren die Schiffe in Seenot geraten.

Das private deutsche Rettungsschiff "Iuventa" im Mittelmeer befindet sich nicht mehr in Seenot. Die Flüchtlinge an Bord konnten auf ein anderes Rettungsboot gehen. Die "Iuventa" steuerte danach in Richtung Malta, schrieb die Besatzung auf Facebook. Das Schiff der Berliner Hilfsorganisation "Jugend rettet" war wegen zu vieler Flüchtlinge an Bord manövrierunfähig.

Auch das Schiff "Sea-Eye" der gleichnamigen Organisation aus Regensburg trieb mit rund 210 Flüchtlingen an Bord auf halbem Weg zwischen Libyen und Italien manövrierunfähig im Mittelmeer. Die "Sea-Eye" werde inzwischen von einem italienischen Seenotrettungskreuzer begleitet, sagte der Chef der Organisation, Michael Buschheuer, der Nachrichtenagentur AFP.

Beide Besatzungen hatten insgesamt etwa 600 Flüchtlinge an Bord genommen. Weitere 400 Flüchtlinge befanden sich in kleinen Booten und ohne Rettungswesten in der Nähe der Schiffe. Die "Iuventa" und die "Sea-Eye" sendeten am Ostersonntag das Notsignal "Mayday" an die Seenotrettungsstelle in Rom.

Das Schiff "Iuventa" der Hilfsorganisation "Jugend rettet" (Archivbild) | Bildquelle: dpa
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Das Schiff "Iuventa" der Hilfsorganisation "Jugend rettet" (Archivbild)

"Niemand hat jemals etwas Vergleichbares gesehen"

In den vergangenen drei Tagen haben die italienische Küstenwache und Hilfsorganisationen nach Angaben von Medien rund 5000 Flüchtlinge aus dem Mittelmeer gerettet. Der Gründer der maltesischen Rettungsorganisation "Migrant Offshore Aid Station" (MOAS), Christopher Catrambone, sagte dem US-Sender CNN, "niemand hat jemals etwas Vergleichbares gesehen, wie wir an diesem Wochenende".

Die "Iuventa" war im Sommer 2016 von Emden aus zu ihrer Rettungsmission im Mittelmeer aufgebrochen. Der 33 Meter lange frühere Fischtrawler wurde von dem Verein erworben und umgerüstet. "Jugend Rettet" war 2015 von jungen Menschen in Berlin gegründet worden, nachdem mehr als 800 Flüchtlinge bei einem Unglück im Mittelmeer gestorben waren.

Über dieses Thema berichteten die tagesthemen am 17. April 2017 um 23:35 Uhr.

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