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UNO berichtet von neuem Drama im Mittelmeer
Dutzende Menschen verdursten auf Flüchtlingsboot
Im Mittelmeer hat sich offenbar erneut ein Flüchtlingsdrama ereignet. Nach UN-Angaben sind dabei vermutlich 54 Menschen ums Leben gekommen. Die UNO beruft sich auf die Aussagen des einzigen Überlebenden. Danach trieb das Boot zwei Wochen zwischen Italien und Afrika - ohne Trinkwasser.
Von Stefan Troendle, ARD-Hörfunkstudio Rom
Im Mittelmeer zwischen Italien und Tunesien hat sich ein neues Flüchtlingsdrama mit 54 Toten ereignet. Das hat das UN-Flüchtlingshochkommissariat dem ARD-Hörfunk in Rom bestätigt. Den Angaben zufolge war das Flüchtlingsboot von Libyen aus in Richtung Italien gestartet. Kurz vor der italienischen Küste sei das Schiff aber in starken Seegang geraten und wieder in Richtung Afrika abgetrieben worden. Irgendwann sei dann der Sprit ausgegangen, zudem habe das Schlauchboot Luft verloren.
Neues Flüchtlingsdrama im Mittelmeer
S. Troendle, ARD Rom
10.07.2012 23:19 Uhr
Mann aus Eritrea einziger Überlebender
Die Menschen an Bord seien etwa zwei Wochen auf dem offenen Meer getrieben und größtenteils verdurstet, da kein Trinkwasser an Bord gewesen sei. Irgendwann sei das Schlauchboot dann untergegangen. Das UNHCR beruft sich auf die Aussage des einzigen Überlebenden der Katastrophe, einem Mann aus Eritrea.
Der Mann sei in eine Klinik gebracht worden, so UNHCR-Sprecherin Laura Boldrini. "Er trieb im Meer, als er von der tunesischen Küstenwache gefunden wurde. Als man ihn fand hielt er sich in der Nähe des halbgesunkenen Boots an einem Kanister fest. Er sagt, dass sie Ende Juni von Libyen aus losgefahren seien und dass alle anderen tot seien, ihm zufolge waren 55 Menschen an Bord."
Das UNHCR schätzt, dass dieses Jahr bereits knapp 200 Menschen bei dem Versuch ums Leben gekommen sind, per Boot nach Europa zu gelangen. Im letzten Jahr gab es 1500 Tote. Allerdings ist die Zahl der Bootsflüchtlinge im Verhältnis zum vergangenen Jahr insgesamt stark zurückgegangen. Bisher sind in Malta und Italien etwa 4300 Migranten in Booten gelandet. 2011 waren es zehn mal so viele.
Stand: 10.07.2012 23:11 Uhr
