Ein Flüchtlingsschiff vor der Küste Siziliens

Ansturm auf Sizilien 2000 Flüchtlinge an einem Tag

Stand: 25.04.2014 15:41 Uhr

Fast 2000 Flüchtlinge sind alleine heute vor der Küste Siziliens von der italienischen Marine gerettet worden. In den überfüllten Booten sitzen mittlerweile nicht mehr nur Männer - auch Kinder werden auf die gefährliche Reise geschickt.

Von Tilmann Kleinjung, ARD-Hörfunkstudio Rom

In den kommenden Stunden wird die italienische Marine etwa 2000 Flüchtlinge nach Sizilien transportieren. Flüchtlinge aus Syrien, Somalia oder Eritrea, die auf hoher See gerettet wurden.

Da es an Libyens Küsten kaum mehr hochseetaugliche Schiffe gibt, setzen die Schlepper die Flüchtlinge in Holzkähne, ausrangierte Fischerboote und Schlauchboote und schicken sie auf den lebensgefährlichen Weg über das Mittelmeer - in der Hoffnung, dass die Menschen auf halbem Weg von der italienischen Marine aufgegriffen werden.

Steigende Flüchtlingszahl sorgt in Aufnahmelagern auf Sizilien für Engpässe
T. Kleinjung, ARD Rom
25.04.2014 15:30 Uhr

Download der Audiodatei

Wir bieten dieses Audio in folgenden Formaten zum Download an:

Hinweis: Falls die Audiodatei beim Klicken nicht automatisch gespeichert wird, können Sie mit der rechten Maustaste klicken und "Ziel speichern unter ..." auswählen.

Engpässe in Aufnahmelagern

Da in den vergangenen Tagen das Wetter gut und das Meer ruhig war, starteten besonders viele Flüchtlingsboote. Und schon lange nicht mehr sind es nur junge Männer, die die Fahrt übers Meer wagen. Die Marine rettete ein Boot mit 395 Passagieren, darunter 60 Frauen, 78 Minderjährige und 12 Kleinkinder.

Dass seit Wochen Tausende Flüchtlinge nach Italien kommen, sorgt vor allem in den Aufnahmelagern auf Sizilien für Engpässe und ernsthafte Probleme. Die zuständige Polizeibehörde von Ragusa verfügte die sofortige Verlegung von 300 Menschen aus dem völlig überfüllten Zentrum von Pozzallo. Die Flüchtlinge werden auf Einrichtungen in Norditalien verteilt. Auch die Caritas, die eine Armenküche in Catania betreibt, bemerkt die steigende Zahl an Flüchtlingen. Sie hat aus Sicherheitsgründen entschieden, dass aufgrund des Andrangs die Essensausgabe ab sofort nur noch im Freien durchgeführt wird.

Dieser Beitrag lief am 25. April 2014 um 18:41 Uhr auf NDR Info.

Darstellung: