Festnahmen nach Flüchtlingsdrama Menschen ins Meer geworfen?

Stand: 01.10.2013 18:33 Uhr

Nach dem Flüchtlingsdrama mit 13 Toten vor der Küste Siziliens haben die Behörden laut Presseberichten fünf Syrer und zwei Ägypter festgenommen. Wie der "Corriere della Sera" und andere Zeitungen berichteten, besteht der Verdacht, dass die Syrer einen Teil der 160 Menschen von einem auf Grund gelaufenen Schiff mit Seilen und Gürteln ins Meer trieben, wo sie ertranken.

Die Festgenommenen wurden demnach in eine Polizeikaserne im Südosten Siziliens gebracht. "Das Meer war unruhig, aber nicht allzu sehr", sagte der Bürgermeister von Scicli, Fanco Susino, im italienischen Fernsehen. "Ich bin überzeugt, dass diese Leute ins Meer geworfen wurden, dass sie wie Tiere behandelt wurden."

Einsatzkräfte vor einem Flüchtlingsboot am Stand von Scicli (Bildquelle: AP)
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Das Boot der Flüchtlinge war vor der Küste von Sizilien auf Grund gelaufen.

Flüchtlinge kamen offenbar aus Eritrea

Bei den ertrunkenen Flüchtlingen handelte es sich den ersten Erkenntnissen zufolge um Menschen aus Eritrea, die von Schleusern auf das Schiff gebracht wurden. Zwei mutmaßliche Schleuser wurden am Montag festgenommen und am Dienstag wieder auf freien Fuß gesetzt. Flüchtlinge aus Eritrea hätten sie als Landsleute identifiziert, hieß es.

"Der Kampf gegen die Schleuser und die kriminellen Netzwerke hinter dieser Tragödie muss verstärkt werden", sagte der Sprecher von EU-Innenkommissarin Cecilia Malmström. Die Überfahrt von Flüchtlingen nach Europa werde meist von "skrupellosen Schleusern" organisiert.

In diesem Jahr haben mehr als 22.000 Einwanderer den Weg über das Mittelmeer nach Italien geschafft. Zur Zahl der Schiffbrüchigen, die ums Leben kommen, gibt es nur Schätzungen.

Mindestens 13 Flüchtlinge ertrinken vor der Küste Siziliens
T. Kleinjung, ARD Rom
01.10.2013 03:18 Uhr

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