Karte: Libyen und Italien

Bootsunglück im Mittelmeer Mehr als 100 Flüchtlinge vermisst

Stand: 15.01.2017 13:04 Uhr

Nur 50 Kilometer vor der libyschen Küste ist ein Boot mit Flüchtlingen gesunken. Möglicherweise starben bei dem Unglück am Samstag mehr als 100 Menschen. Nur vier Menschen konnten gerettet werden. Sie berichten von sehr schlechtem Wetter auf See.

Bei einem Schiffsuntergang im Mittelmeer vor der libyschen Küste sind möglicherweise mehr als 100 Flüchtlinge ertrunken. Nach Angaben der vier Überlebenden waren 110 Menschen an Bord, als das Boot am Samstag auf dem Weg nach Italien in Seenot geriet. Die Nachrichtenagentur Ansa meldet, dass bislang acht Leichen geborgen wurden. Nähere Informationen zu dem Unglück gab es zunächst nicht.

Die Wetterbedingungen seien sehr schlecht gewesen, erzählten die Überlebenden weiter. Die Unglücksstelle liegt etwa 50 Kilometer vor der libyschen Küste.

Flavio Di Giacomo @fladig
Shipwreck in the waters between Libya and Italy,the boat was carrying 110 #migrants.4 survivors so far. Waiting for more info. @UNmigration

Am Freitag waren bei mehreren Einsätzen unter Leitung der italienischen Küstenwache 550 in Seenot geratene Flüchtlinge aus dem Mittelmeer gerettet worden. Von einem Flüchtlingsboot wurden zudem zwei Leichen geborgen.

5000 Tote im vergangenen Jahr

Der Internationalen Organisation für Migration (IOM) zufolge starben in den ersten zehn Tagen des Jahres bereits 13 Menschen auf der Flucht über das Mittelmeer, 1159 Flüchtlinge erreichten die europäischen Küsten.

Im vergangenen Jahr waren nach Berechnungen von Hilfsorganisationen etwa 5000 Menschen bei der Überfahrt nach Europa auf meist seeuntauglichen Booten gestorben.

Diese Flüchtlinge wurden am 13.01.2017 von der "Aquarius" aus Seenot gerettet. | Bildquelle: dpa
galerie

Diese Flüchtlinge hatten Glück - sie wurden am 13.01.2017 von der "Aquarius" vor Libyen aus Seenot gerettet.

Über dieses Thema berichtete Inforadio am 15. Januar 2017 um 10:03 Uhr

Darstellung: