Ein Flüchtling macht mit Angelina Jolie ein Selfie. | Bildquelle: REUTERS

Hollywoodstar in Flüchtlingscamp Selfie mit Jolie

Stand: 16.03.2016 15:54 Uhr

Umringt von unzähligen Flüchtlingen hat Hollywoodstar Angelina Jolie ein Auffanglager im griechischen Hafen Piräus besucht. Als UNHCR-Botschafterin will sie auf die prekäre Lage der Flüchtlinge aufmerksam machen. Auch in Idomeni ist keine Entspannung in Sicht.

Einen Tag vor dem EU-Türkei-Gipfel zur Flüchtlingsfrage richten sich die Blicke weiter nach Griechenland, wo keine Entspannung in Sicht ist. Neuen Zahlen des Flüchtlingshilfswerks der Vereinten Nationen (UNHCR) zufolge erreichten seit Anfang 2015 eine Million Flüchtlinge das Land. In diesem Jahr habe man bereits bis zum Stichtag 14. März mehr als 143.500 Menschen registriert - die meisten aus Syrien, dem Irak und aus Afghanistan.

Um sich ein Bild von der Lage vor Ort zu machen, besuchte jetzt Hollywoodstar Angelina Jolie ein Flüchtlingslager. Die Schauspielerin, die auch UNHCR-Sonderbotschafterin ist, ließ sich von Helfern sowie von irakischen und syrischen Flüchtlingen die Situation im Auffanglager in Piräus schildern. Dort waren am Morgen etwa 600 weitere Migranten per Fähre von den Inseln Lesbos und Chios angekommen. Derzeit harren Schätzungen zufolge rund 4000 Menschen in Lagerhallen und kleinen Kuppelzelten in Piräus aus.

Begleitet wurde Jolies Besuch von zahlreichen Medienvertretern. Bei ihrer Abfahrt kam es zu Rangeleien unter den Journalisten. Flüchtlinge forderten mit Rufen wie "Skopje, öffne die Grenzen" die Regierung von Mazedonien auf, Flüchtlinge wieder durchzulassen. Skopje lässt seit dem 7. März keine Flüchtlinge mehr einreisen.

Griechische Hilfsbereitschaft in Idomeni
tagesschau24 13:00 Uhr, 16.03.2016, Julian von Löwis, BR zzt. Idomeni

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Tausende Migranten sitzen weiter fest

Daher sitzen auf der griechischen Seite in Idomeni mehr als 10.000 Menschen unter erbärmlichen Bedingungen fest. Sie hoffen auf die Öffnung der mazedonischen Grenze, was jedoch derzeit nicht zu erwarten ist. Etwa 1500 Männer, Frauen und Kinder, die am Montag durch einen reißenden Fluss auf die mazedonische Seite gekommen waren, wurden am Dienstag von mazedonischen Soldaten wieder nach Griechenland zurückgebracht.

Dieses Vorgehen Mazedoniens wirft beim UNHCR Fragen auf. "Es ist klar, dass diese Menschen nicht aus freiem Willen (nach Idomeni) zurückgekehrt sind", sagte Sprecher Babar Balosh der Deutschen Presse-Agentur im improvisierten Lager unmittelbar an der mazedonischen Grenze.

Er wollte sich nicht darauf festlegen, ob es sich dabei um eine nach internationalem Recht verbotene Rückschiebung gehandelt habe. "Aber um das juristisch zu beurteilen, muss das näher geprüft werden", ergänzte Balosh.

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