Flüchtlinge und Berufsausbildung | Bildquelle: dpa

Forderungen an Flüchtlingspolitik Mehr Geld und schnellere Ausbildung

Stand: 30.09.2015 10:06 Uhr

Die Organisation für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (OECD) und die Welthungerhilfe fordern umfangreichere Finanzhilfen und einen leichteren Zugang für Flüchtlinge zum Arbeitsmarkt. Ansonsten drohe "eine verlorene Generation".

Wohlhabende Staaten wie Deutschland könnten Flüchtlinge deutlich schneller integrieren, indem sie bessere Ausbildungschancen schaffen. Dazu zählten leichter zugängliche Sprachkurse, Weiterbildungen und ein einfacher Zugang zum Gesundheitssystem. Das schreibt die OECD in einem Bericht, der sich auf die Situation in ihren 34 Mitgliedsstaaten bezieht.

Nötige Instrumente vorhanden

Parallel zu diesen Maßnahmen rät die Organisation dazu, die Asylpolitik "konstant" zu überprüfen. Sonst könne man auf politische Umwälzungen wie in Syrien und Libyen nicht angemessen reagieren. Deutschland habe die nötigen Instrumente, um die Herausforderung der Flüchtlingskrise zu bewältigen. Das Land sei besser vorbereitet als in den Neunzigerjahren, als Hunderttausende Menschen aus dem ehemaligen Jugoslawien flohen.

Ministerin Wanka will Bildungsangebote für Flüchtlinge fördern
tagesschau 12:00 Uhr, 30.09.2015, Moritz Rödle, ARD Berlin

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Weniger Geld als angekündigt

Auch die Welthungerhilfe fordert mehr Finanzmittel, um Flüchtlinge weltweit zu unterstützen. Der Appell richtet sich vor allem an die Golfstaaten. Aber auch Russland, China und die USA hätten bisher weniger Geld zur Verfügung gestellt als versprochen. Die daraus resultierende Halbierung der Hilfen für Flüchtlinge in Syrien und in Lagern in Jordanien und dem Libanon sei ein "Skandal".

Europa "neu denken"

Die Präsidentin der Welthungerhilfe, Bärbel Dieckmann, spricht auch über die politische Bekämpfung der Fluchtursachen. Lösungen müssten vorrangig auf diplomatischem Wege gesucht, Waffenexporte verringert werden. Außerdem sei eine Stabilisierung der Wirtschaft vor Ort wichtig, um Fluchten aufgrund mangelnder wirtschaftlicher Perspektive zu vermeiden. Europa müsse "neu denken", sagte Dieckmann. Ansonsten entstehe eine "verlorene Generation mit allen vorhersehbaren Problemen."

Welthungerhilfe fordert Umdenken bei Flüchtlingspolitik
C. Nagel, ARD Berlin
22.09.2015 18:29 Uhr

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