Flüchtlingsdrama: Polizei findet Leichen an der türkischen Küste von Ayvalik | Bildquelle: AP

Drama in der Ägäis Flüchtlinge vor türkischer Küste ertrunken

Stand: 05.01.2016 15:08 Uhr

In der türkischen Ägäis sind mindestens 19 Flüchtlinge ertrunken - unter ihnen auch Kinder. Nach Medienberichten hatten die Menschen bei stürmischer See in Schlauchbooten versucht, die griechische Insel Lesbos zu erreichen.

In der Ägäis hat sich erneut ein Flüchtlingsdrama ereignet. Die Polizei entdeckte an der türkischen Küste mindestens 19 Leichen. Sie seien am Strand des Urlaubsorts Ayvalik und 50 Kilometer davon entfernt, in Dikili, angespült worden, teilte die Küstenwache mit. Unter den Opfern seien auch drei Kinder, berichten türkische Medien. Die Flüchtlinge hätten versucht, mit Schlauchbooten die griechische Insel Lesbos zu erreichen.

Mit drei Schiffen und einem Hubschrauber werde nach Überlebenden gesucht. Nach Angaben der Nachrichtenagentur Anadolu konnten zwölf Menschen gerettet werden. Demnach waren die Migranten irakischer, algerischer und syrischer Herkunft.

Ein Reporter von CNN Türk sagte, die Migranten hätten Schwimmwesten getragen, die jedoch nicht funktionsfähig seien. Vielmehr hätten sich diese noch mit Wasser vollgesaugt. Die See in der Region ist zurzeit stürmisch.

Flucht trotz schlechten Wetters

Trotz des Winterwetters, das die Überfahrt noch gefährlicher macht, wagen dieser Tage weiterhin zahlreiche Schutzsuchende die Flucht nach Europa. Von Lesbos aus versuchen viele Flüchtlinge, auf Fähren ihren Weg zum griechischen Festland fortzusetzen. Seit gestern kamen mehr als 4300 Flüchtlinge in Piräus an, die von Lesbos und der griechischen Insel Chios aus gestartet waren, berichtet die Küstenwache. Viele von ihnen wollten nach West- und Nordeuropa weiterreisen.

Flüchtlinge erreichen Lesbos, Bild vom 02.11.2015 | Bildquelle: AFP
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Im vergangenen Jahr kamen mehr als 500.000 Menschen von der Türkei aus über das Mittelmeer auf griechischen Inseln an.

Ziel war offenbar Lesbos

Im vergangenen Jahr kamen mehr als 500.000 Menschen von der Türkei aus über das Mittelmeer auf griechischen Inseln an und traten von dort aus ihren Weg in Richtung Norden an. Viele von ihnen sind auf der Flucht vor dem Bürgerkrieg in Syrien. Lesbos liegt weniger als zehn Kilometer von der türkischen Küste entfernt und wird daher von den meisten Flüchtlingen angesteuert.

Unterdessen präsentierte die Internationale Organisation für Migration (IOM) ihre aktuelle Schätzung der Opferzahlen im Mittelmeer für das vergangene Jahr. Demnach starben 2015 insgesamt 3771 Menschen bei dem Versuch in die EU zu fliehen - soviele wie nie zuvor.

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