Flüchtlinge auf der Balkanroute, Archivbild | Bildquelle: AFP

Schätzung des UN-Flüchtlingshilfswerks Mehr als 60 Millionen auf der Flucht

Stand: 18.12.2015 10:54 Uhr

Noch nie waren so viele Menschen auf der Flucht: Das UN-Flüchtlingswerk schätzt, dass 2015 mehr als 60 Millionen Menschen weltweit ihr Heimat verlassen haben. UN-Flüchtlingskommissar Guterres rief zu Toleranz, Mitgefühl und Solidarität auf.

2015 dürften nach Schätzung der Vereinten Nationen erstmals mehr als 60 Millionen Menschen auf der Flucht sein. Einer von 122 Menschen weltweit sei damit Flüchtling, Asylsuchender oder innerhalb seines Heimatlandes auf der Flucht, teilte das Flüchtlingshilfswerk UNHCR mit. Einer der Gründe sei der Syrien-Krieg. Doch selbst ohne Berücksichtigung des Konflikts nähmen Flucht und Vertreibung zu. 2015 könnte somit ein absoluter Höchststand erreicht werden.

Weltweit 60 Millionen Menschen auf der Flucht
tagesschau 20:00 Uhr, 18.12.2015, Kristin Becker, SWR

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"Es war nie wichtiger, Toleranz, Mitgefühl und Solidarität gegenüber den Menschen zu zeigen, die alles verloren haben", erklärte UN-Flüchtlingskommissar António Guterres. Die Schätzung basiert auf dem UNHCR-Halbjahresbericht, der die ersten sechs Monate dieses Jahres abbildet. Demnach überstieg die Zahl der Flüchtlinge Mitte 2015 mit 20,2 Millionen Menschen weltweit zum ersten Mal seit 1992 die 20-Millionen-Marke. Geschätzte 34 Millionen Menschen seien Binnenvertriebene gewesen.

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UNICEF-Foto des Jahres 2015

Unicef Bild des Jahres 2015

Das Siegerfoto des internationalen Fotowettbewerbs "UNICEF-Foto des Jahres 2015" zeigt die schiere Verzweiflung von Flüchtlingskindern an der griechisch-mazedonischen Grenze. Der Fotograf Georgi Licovski hielt den Augenblick fest, als dort am 21. August 2015 zwei Kinder zwischen vordringenden Menschenmassen und Grenztruppen von ihren Eltern getrennt wurden. | Bildquelle: EPA

Zahl der Asylanträge um 78 Prozent gestiegen

Die Zahl der Asylanträge sei im Vergleich zum Vorjahreszeitraum um 78 Prozent auf 993.600 geklettert. Die meisten seien in Deutschland gestellt worden. Mit 159.000 seien es in der ersten Jahreshälfte bereits fast genauso viele wie ganz 2014 gewesen. Dabei spiegele der Bericht die aktuellen Fluchtbewegungen über das Mittelmeer nach Europa nur teilweise wider, da die Ankünfte erst in der zweiten Jahreshälfte stark angestiegen seien.

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