Kabeljau | Bildquelle: picture-alliance / dpa/dpaweb

EU einig über Fischfangquoten Nordseefischer dürfen wieder etwas mehr fangen

Stand: 16.12.2015 11:42 Uhr

Wie viel Fisch darf künftig in Nordsee und Atlantik gefischt werden? Die EU hat nach gewohnt harten Verhandlungen neue Quoten für das kommende Jahr beschlossen. Für die deutschen Fischer heißt das, sie können bei Hering, Scholle und Co. kräftiger zulangen.

Die EU-Fischereiminister haben sich auf Fangquoten für wichtige Fischarten im Atlantik und in der Nordsee im kommenden Jahr geeinigt. Es sei ein "starkes und ausgeglichenes Abkommen" erzielt worden, erklärte der luxemburgische Fischereiminister Fernand Etgen nach Beendigung der Beratungen in Brüssel. Demnach bleiben die Bestände bei 36 Fischarten gleich oder werden angehoben.

Für die deutschen Fischer heißt das, sie dürfen 2016 mehr Schellfisch, Hering, Kabeljau und Scholle aus der Nordsee ziehen als im laufenden Jahr. Einbußen müssen sie bei der Makrele hinnehmen.

Heringsfischfang im Greifswalder Bodden | Bildquelle: dpa
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Heringsfischfang im Greifswalder Bodden

Zwei Tage hartes Ringen

Bei den zweitägigen Verhandlungen wurde insbesondere um den Fischfang im Atlantik hart gerungen. Nach Angaben von Diplomaten waren die spanischen, portugiesischen, französischen und britischen Quoten heftig umstritten. Frankreich begrüßte, es habe eine Beibehaltung der Fangquoten unter anderem für Kaiserhummer und Seeteufel im Golf von Biskaya erreicht.

Über die Quoten für die Ostsee wurde schon im Oktober entschieden. Grundlage sind Vorschläge der EU-Kommission, die sich wiederum auf die Empfehlungen von Wissenschaftlern stützt. Ziel der EU ist es, die Bestände bis spätestens 2020 auf einem langfristig verträglichen Niveau zu bewirtschaften. Dies gilt dann als erreicht, wenn möglichst viel Fisch aus dem Meer geholt wird, ohne dass sich der Zustand der Bestände verschlechtert. Ein Bestand ist eine Fischart in einem bestimmten Meeresgebiet.

"Ein bitterer Beigeschmack"

Umweltschutzorganisationen zeigten sich mit dem Ergebnis unzufrieden. "Die Lücke zwischen Politik und Wissenschaft bleibt bestehen. Damit ist nicht nur die nachhaltige Nutzung der Fischbestände bedroht, sondern auch der Wohlstand der Fischerei", erklärte die Gruppe Oceana. Greenpeace-Meeresexperte Thilo Maack sagte: "Das Ergebnis des Fischereiministerrats geht in die richtige Richtung, allerdings längst nicht für alle Bestände." Immer noch seien 40 Prozent der Speisefischbestände im Nordostatlantik und in der Nordsee überfischt. So habe der Kabeljau 20 Jahre lang als überfischt gegolten. Die höhere Fangquote hinterlasse einen "bitteren Beigeschmack".

Über dieses Thema berichtete tagesschau24 am 16. Dezember 2015 um 09:30 Uhr.

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