Fischer in Sète/Südfrankreich mit einem Thunfisch | Bildquelle: AFP

Fischerei Immer weniger Fische im Mittelmeer

Stand: 03.04.2017 17:16 Uhr

Die Fischbestände im Mittelmeer sind mehr als ausgelaugt. Nahezu alle Fischbestände sind überfischt, teilt die EU-Kommission mit. Sie fordert rasche Gegenmaßnahmen - sonst könnte der Schaden irreparabel sein.

Die Fischbestände im Mittelmeer schwinden dramatisch. In den vergangenen 50 Jahren seien 34 Prozent aller Fische und 41 Prozent der Meeressäuger verloren gegangen, berichtete die Gemeinsame Forschungsstelle der EU-Kommission. Von den untersuchten Fischbeständen seien 93 Prozent überfischt.

Das Mittelmeer biete mit 10.000 bis 12.000 Arten eine außerordentliche Vielfalt, schreibt die Forschungsstelle. Doch diese werde durch Verschmutzung, den Klimawandel und zu viel Fischfang bedroht. Nur rasche Gegenmaßnahmen könnten nicht wieder gut zu machenden Schaden und einen Kollaps der für Fischer besonders wichtigen Bestände verhindern.

Vergangene Woche hatten sich 13 Mittelmeer-Staaten in Malta auf ein Arbeitsprogramm verständigt, um die Fischbestände zu schützen. Sie decken nach Angaben der EU-Kommission 80 Prozent der Mittelmeer-Fangmenge ab. Die Erklärung sieht die Unterstützung kleiner Fischereibetriebe vor und die Entwicklung mehrjähriger Bewirtschaftungspläne für die Fischerei. Die illegale Fischerei soll bis 2020 unterbunden werden. Bis dahin sollen außerdem Daten zum Zustand aller wichtigen Bestände im Mittelmeer vorliegen.

Über dieses Thema berichtete WDR5 am 30. März 2017 um 15:05 Uhr

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