Der französische konservative Präsidentschaftskandidat Francois Fillon | Bildquelle: AP

Wahlen in Frankreich Ermittlungsverfahren gegen Fillon

Stand: 14.03.2017 16:23 Uhr

Die französische Justiz hat ein Ermittlungsverfahren gegen den konservativen Präsidentschaftskandidaten, Fillon, eingeleitet. Eine Befragung Fillons wird um einen Tag vorgezogen.

Die französische Justiz hat ein Ermittlungsverfahren gegen den konservativen Präsidentschaftskandidaten Francois Fillon eingeleitet. Fillon werde unter anderem vorgeworfen, öffentliche Mittel veruntreut zu haben, erklärten die Ermittler.

Der 63-Jährige ist durch eine Scheinbeschäftigungsaffäre um seine Ehefrau Penelope unter massiven Druck geraten. Er soll sie jahrelang nur zum Schein beschäftigt und dafür Hunderttausende Euro Steuergelder kassiert haben. Zuletzt wurden auch Vorwürfe laut, dass seine Kinder Teile ihrer Gehälter als parlamentarische Mitarbeiter an die Eltern weitergegeben haben sollen.

Die Untersuchungsrichter hatten Fillon eigentlich erst für Mittwoch vorgeladen. Die Befragung wurde aber um 24 Stunden vorgezogen, damit sie "in Ruhe" stattfinden könne, sagte sein Anwalt Antonin Lévy.

Fillon weist die Vorwürfe zurück. Er hatte bereits zuvor erklärt, dass er trotz der Ermittlungen Kandidat bleiben wolle. Der 63-Jährige galt einst als Favorit für die Präsidentenwahl, die in zwei Durchgängen im April und Mai stattfindet. Inzwischen gehen Experten davon aus, dass sich der unabhängige Kandidat Emmanuel Macron in der Stichwahl gegen die rechte Politikerin Marine Le Pen durchsetzen wird.

Über dieses Thema berichtete Deutschlandfunk am 14. März 2017 um 16:00 Uhr in den Nachrichten.

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