Der konservative französische Präsidentschaftskandidat Fillon | Bildquelle: AP

Wahlkampf in Frankreich Konservative zwischen Kampf und Krise

Stand: 05.03.2017 10:40 Uhr

Sieben Wochen vor der Wahl haben die französischen Konservativen ein Problem: François Fillon. Am Montag gibt es nun ein Krisentreffen wegen ihres angeschlagenen Kandidaten. Fillon selbst will Rücktrittsforderungen heute mit einer Großkundgebung kontern.

Die Spitzen der französischen Konservativen wollen am Montag das weitere Vorgehen im Präsidentschaftswahlkampf ihres schwer angeschlagenen Kandidaten François Fillon beraten. "Angesichts der Entwicklung der politischen Situation nur sieben Wochen vor der Wahl" habe man sich entschlossen, ein Treffen der führenden Vertreter der Republikaner um einen Tag vorzuziehen, teilte die Partei mit.

An den Krisenberatungen sollen alle Kandidaten der Vorwahlen um die Spitzenkandidatur teilnehmen. Der in der Vorwahl gegen Fillon unterlegene Ex-Regierungschef Alain Juppé hatte nach Angaben aus Parteikreisen signalisiert, als Ersatzkandidat bereitzustehen, sollte Fillon verzichten. Ihm werden in Umfragen gute Chancen eingeräumt, in die Stichwahl um das höchste Staatsamt zu kommen. Fillons Umfragewerte waren nach Bekanntwerden der Veruntreuungs-Vorwürfe eingebrochen.

Landsitz durchsucht

Nach der Pariser Dienstwohnung durchsuchten Ermittler offenbar auch seinen privaten Landsitz südwestlich der Hauptstadt. Die Polizisten hätten dabei auch den Wert der Immobilie bestimmen sollen, berichteten die Zeitung "Le Parisien" und der Sender "France Info".

Großkundgebung in Paris

Fillon selbst will mit einer Großkundgebung in Paris seinen Kritikern entgegentreten. Die Anhänger des Konservativen sollen am Nachmittag in der Nähe des Eiffelturms demonstrieren. Mit der Kundgebung auf dem Trocadéro-Platz will er demonstrieren, dass er in der Bevölkerung noch eine breite Unterstützung genießt. Er hofft nach Medienberichten dabei auf Zehntausende Teilnehmer.

Allerdings geht aus einer Umfrage für die Wochenzeitung "Journal du Dimanche" hervor, dass 71 Prozent der Franzosen einen Verzicht Fillons auf die Kandidatur begrüßen würden. Zugleich schwindet sein Rückhalt bei den konservativen Wählern: Nur noch 53 Prozent wollen für Fillon stimmen, 17 Prozentpunkte weniger als Mitte Februar.

Frau ermutigt Fillon

Fillon wird verdächtigt, seine Ehefrau und seine Kinder nur zum Schein angestellt und damit Staatsgelder veruntreut zu haben. In den vergangenen Tagen sagten sich mehrere wichtige Gefolgsleute von ihm los. Fillons Frau Penelope wies die Vorwürfe der Scheinbeschäftigung zurück. Sie habe tatsächlich gearbeitet, sagte sie der Zeitung "Journal de Dimanche". Zugleich bestärkte sie ihren Mann, weiter zu kandidieren.

Über dieses Thema berichtete tagesschau24 am 05. März 2017 um 12:00 Uhr.

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