François Fillon | Bildquelle: REUTERS

Frankreich Förmliche Ermittlungen gegen Fillon

Stand: 24.02.2017 20:45 Uhr

Die französische Justiz weitet ihre Ermittlungen gegen den konservativen Präsidentschaftskandidaten Fillon aus. Jetzt wird ein Untersuchungsrichter tätig. Fillon soll seine Ehefrau und seine Kinder zum Schein beschäftigt haben.

Der Druck auf den konservativen Präsidentschaftskandidaten Francois Fillon wegen angeblicher Scheinbeschäftigung seiner Ehefrau wächst. Die Staatsanwaltschaft nahm förmliche Ermittlungen auf. Bisher gab es nur Voruntersuchungen.

Fillon soll seine Frau Penelope jahrelang illegal als parlamentarische Mitarbeiterin bezahlt haben. Den Fall hatte die Satirezeitung "Le Canard Enchaine" veröffentlicht und so den Anstoß zu den Untersuchungen gegeben.

Penelope und Francois Fillon | Bildquelle: AFP
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Alles legal? Das Ehepaar Fillon auf einer Wahlkampfveranstaltung im Januar.

830.000 Euro für Fillons Ehefrau?

Laut dem Blatt soll Penelope Fillon im Parlament über einen Zeitraum von 15 Jahren 830.000 Euro verdient haben. Neben ihr hätten auch zwei seiner Kinder Geld für nicht existierende Jobs bekommen - als angebliche Parlamentsgehilfen in den Jahren 2005 bis 2007. Gemeinsam sollen sie 84.000 Euro in Vollzeitanstellung verdient haben, obwohl beide damals noch Jura studierten.

Die Staatsanwaltschaft geht dem Verdacht nach, dass alle drei das Geld erhielten, ohne dafür zu arbeiten. Fillon wehrt sich gegen den Vorwurf der Scheinbeschäftigung. Alles sei legal gewesen. Sein Anwalt sagte, er sei sicher, dass Fillon und seine Frau für unschuldig erklärt würden.

In einem Zeitungsinterview hatte Fillon vor einer Woche gesagt, er würde seinen Wahlkampf selbst dann fortsetzen, wenn die Justiz ihn in dieser Sache wegen einer Straftat beschuldigen sollte.

Wahlumfragen: Kopf-an-Kopf-Rennen

Fillon gilt bisher als einer der Favoriten für die Wahl zum französischen Staatspräsidenten am 23. April. Einer aktuellen Umfrage zufolge läge er allerdings in der ersten Runde nur auf Platz drei hinter der Chefin des Front National, Marine Le Pen, und dem unabhängigen Kandidaten Emmanuel Macron - und würde es deswegen nicht in die Stichwahl schaffen. Die Abstände zwischen den drei Kandidaten sind aber gering.

Über dieses Thema berichtete Deutschlandfunk am 24. Februar 2017 um 21:00 Uhr

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