Batter und Platini | Bildquelle: AFP

Urteil der FIFA-Ethikkommission Blatter und Platini für acht Jahre gesperrt

Stand: 21.12.2015 10:56 Uhr

Acht Jahre Sperre für den bisherigen FIFA-Präsidenten Blatter und den bisherigen UEFA-Präsidenten Platini. So lautet das Urteil der Ethikkommission des Fußball-Weltverbands FIFA. Die Hoffnungen auf das Amt des FIFA-Präsidenten dürften sich für Platini damit zerschlagen.

Der bisherige FIFA-Chef Joseph Blatter und der bisherige UEFA-Präsident Michel Platini sind von der Ethikkommission des Fußball-Weltverbandes für acht Jahre gesperrt worden. Das bedeutet, dass sie für diesen Zeitraum von allen Ämtern im Verband ausgeschlossen sind. Das teilte das Gremium unter dem Vorsitz des deutschen Richters Hans-Joachim Eckert mit. Darüber hinaus wurden die beiden Spitzenfunktionäre zu Geldstrafen in Höhe von umgerechnet rund 46.000 Euro (Blatter) und 74.000 Euro (Platini) verurteilt.

Hintergrund ist eine dubiose Zahlung von zwei Millionen Franken von Blatter an Platini. Die beiden Spitzenfunktionäre hatten behauptet, es handele sich um eine verspätete Honorarzahlung für Platinis Dienste für die FIFA aus den Jahren 1998 bis 2002. Die ermittelnde Kammer der Ethikkommission überzeugte die Argumentation jedoch nicht.

"Loyalitätspflicht verletzt"

"Weder in seiner schriftlichen Stellungnahme noch in der persönlichen Anhörung konnte Herr Blatter einen legalen Hintergrund der Zahlung darlegen", begründeten die Richter ihre Entscheidung. "Indem er die Interessen der FIFA nicht voranstellte und nicht alles unterließ, was den Interessen der FIFA zuwiderlaufen könnte, verletzte Herr Blatter seine Loyalitätspflicht gegenüber der FIFA."

Jedoch wertete die Ethikkommission das Verhalten von Blatter und Platini nicht als Korruption, sondern als Verstoß gegen die Loyalitätsklausel, wie ARD-Korrespondent Matthias Ebert erklärt. Im Falle von Korruption hätte das Gremium die beiden Beschuldigten lebenslang sperren müssen.

Matthias Ebert, ARD Genf, mit Informationen zur Sperre von Blatter und Platini
tagesschau24 10:00 Uhr, 21.12.2015

Download der Videodatei

Wir bieten dieses Video in folgenden Formaten zum Download an:

Hinweis: Falls die Videodatei beim Klicken nicht automatisch gespeichert wird, können Sie mit der rechten Maustaste klicken und "Ziel speichern unter ..." auswählen.

Video einbetten

Nutzungsbedingungen Embedding Tagesschau: Durch Anklicken des Punktes „Einverstanden“ erkennt der Nutzer die vorliegenden AGB an. Damit wird dem Nutzer die Möglichkeit eingeräumt, unentgeltlich und nicht-exklusiv die Nutzung des tagesschau.de Video Players zum Embedding im eigenen Angebot. Der Nutzer erkennt ausdrücklich die freie redaktionelle Verantwortung für die bereitgestellten Inhalte der Tagesschau an und wird diese daher unverändert und in voller Länge nur im Rahmen der beantragten Nutzung verwenden. Der Nutzer darf insbesondere das Logo des NDR und der Tageschau im NDR Video Player nicht verändern. Darüber hinaus bedarf die Nutzung von Logos, Marken oder sonstigen Zeichen des NDR der vorherigen Zustimmung durch den NDR.
Der Nutzer garantiert, dass das überlassene Angebot werbefrei abgespielt bzw. dargestellt wird. Sofern der Nutzer Werbung im Umfeld des Videoplayers im eigenen Online-Auftritt präsentiert, ist diese so zu gestalten, dass zwischen dem NDR Video Player und den Werbeaussagen inhaltlich weder unmittelbar noch mittelbar ein Bezug hergestellt werden kann. Insbesondere ist es nicht gestattet, das überlassene Programmangebot durch Werbung zu unterbrechen oder sonstige online-typische Werbeformen zu verwenden, etwa durch Pre-Roll- oder Post-Roll-Darstellungen, Splitscreen oder Overlay. Der Video Player wird durch den Nutzer unverschlüsselt verfügbar gemacht. Der Nutzer wird von Dritten kein Entgelt für die Nutzung des NDR Video Players erheben. Vom Nutzer eingesetzte Digital Rights Managementsysteme dürfen nicht angewendet werden. Der Nutzer ist für die Einbindung der Inhalte der Tagesschau in seinem Online-Auftritt selbst verantwortlich.
Der Nutzer wird die eventuell notwendigen Rechte von den Verwertungsgesellschaften direkt lizenzieren und stellt den NDR von einer eventuellen Inanspruchnahme durch die Verwertungsgesellschaften bezüglich der Zugänglichmachung im Rahmen des Online-Auftritts frei oder wird dem NDR eventuell entstehende Kosten erstatten
Das Recht zur Widerrufung dieser Nutzungserlaubnis liegt insbesondere dann vor, wenn der Nutzer gegen die Vorgaben dieser AGB verstößt. Unabhängig davon endet die Nutzungsbefugnis für ein Video, wenn es der NDR aus rechtlichen (insbesondere urheber-, medien- oder presserechtlichen) Gründen nicht weiter zur Verbreitung bringen kann. In diesen Fällen wird der NDR das Angebot ohne Vorankündigung offline stellen. Dem Nutzer ist die Nutzung des entsprechenden Angebotes ab diesem Zeitpunkt untersagt. Der NDR kann die vorliegenden AGB nach Vorankündigung jederzeit ändern. Sie werden Bestandteil der Nutzungsbefugnis, wenn der Nutzer den geänderten AGB zustimmt.

Einverstanden

Zum einbetten einfach den HTML-Code kopieren und auf ihrer Seite einfügen.

Blatter kündigt Pressekonferenz an

Wegen des Skandals hatte die Ethikkommission die beiden Spitzenfunktionäre bereits Anfang Oktober vorübergehend von allen ihren Funktionen entbunden. Blatter und Platini haben den FIFA-Ethikhütern schon mehrfach eine Vorverurteilung vorgeworfen. Beide kündigten schon vor der Urteilsverkündung Einsprüche für den Fall einer Sperre an. Möglich wären ein Gang vor den Internationalen Sportgerichtshof CAS und das Schweizer Bundesgericht.

Blatter will sich in Kürze in Zürich zu dem Urteil äußern. Die Pressekonferenz können Sie live auf tagesschau.de verfolgen.

Zukunft bei der FIFA ungewiss

Durch Suspendierung und Sperre stellt sich nun einmal mehr die Frage nach der Zukunft der beiden Spitzenfunktionäre in der FIFA. Blatter hatte ohnehin seinen Rücktritt angekündigt, sein Nachfolger soll am 26. Februar auf dem FIFA-Kongress gewählt werden. Platini galt lange Zeit als Favorit auf die Nachfolge. Dies dürfte nun hinfällig sein, zumal er auch noch den notwendigen Integritätscheck bestehen muss.

Fraglich ist auch, ob er überhaupt noch genügend Stimmen auf sich vereinigen könnte. Der englische Verband hatte bereits angekündigt, Platini nicht zu unterstützen. Die UEFA hat schon Generalsekretär Gianni Infantino als Ersatzkandidaten aufgestellt. Auch der europäische Kontinentalverband muss sich nun einen neuen Chef suchen.

Darstellung: