Das FIFA-Logo in Zürich

Geschasste FIFA-Ermittler "Unsere Absetzung war politisch motiviert"

Stand: 10.05.2017 12:39 Uhr

Die beiden geschassten FIFA-Ermittler Eckert und Borbely haben ihre Absetzung vehement kritisiert. Sie sei "politisch motiviert". Der Verband hatte die Mitglieder der Ethikkommission nicht zur Wiederwahl vorgeschlagen.

Die abgesetzte Spitze der FIFA-Ethikkommission hat ihre Ablösung deutlich kritisiert. Vor dem FIFA-Kongress in Manama hatten der Schweizer Cornel Borbely und der deutsche Richter Hans-Joachim Eckert aus den Medien erfahren, dass sie für die zukünftige Besetzung der FIFA-Ethikkommission nicht zur Wiederwahl vorgeschlagen wurden. Damit können sie vom Kongress nicht erneut gewählt werden. "Das wirft die Reformen um Jahre zurück, die FIFA wird deswegen leiden", sagte Borbely bei einer Pressekonferenz in einem Hotel in Manama.

Spitzen FIFA-Ethikkommission abgelöst
tagesschau 14:00 Uhr, 10.05.2017, Philipp Sohmer, SWR

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Ermittlungen gegen prominente Funktionäre

Sowohl Borberly als auch Eckert waren von Beobachtern für ihre Ermittlungen gegen Funktionäre des Weltverbands gelobt worden. Intern wurden ihre Untersuchungen - etwa gegen den ehemaligen FIFA-Chef Sepp Blatter und Ex-UEFA-Boss Michel Platini- offenbar weniger positiv gesehen. "Die Absetzung war unnötig und deswegen ausschließlich politisch motiviert", kritisierte Borbely die überraschende Entscheidung der FIFA-Spitze. Damit fänden die Reformbemühungen nun de facto ein Ende. Seit 2015 hat die Untersuchungskammer nach eigener Auskunft 194 Voruntersuchungen durchgeführt. Die rechtsprechende Kammer habe über siebzig Funktionäre verurteilt, hieß es in einer Stellungnahme der beiden geschassten Ermittler.

Cornel Borbely | Bildquelle: REUTERS
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Cornel Borbely war seit zwei Jahren Chef der Untersuchungskammer, ...

Hans-Joachim Eckert | Bildquelle: REUTERS
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... Hans-Joachim Eckert saß der rechtsprechenden Kammer der FIFA seit knapp fünf Jahren vor.

Eckert saß der rechtsprechenden Kammer der FIFA seit knapp fünf Jahren vor, Borbely war seit zwei Jahren Chef der Untersuchungskammer. Beide wollten ihre Posten behalten. FIFA-Präsident Gianni Infantino äußerte sich nicht direkt zu den Gründen der Personalentscheidung. Laut DFB-Chef Reinhard Grindel hat es jedoch Beschwerden über eine europäische Dominanz gegeben.

So funktioniert die FIFA
Ute Konrad, ARD-aktuell

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"Die erfahrensten Verfolger und Richter sind weg"

Durch ihre Ablösung sehen die Ermittler die Aufarbeitung und Verfolgung von "mehreren hundert" offenen Fällen im Skandal um den Fußball-Weltverband gefährdet. Auch die Ermittlungen gegen die Macher der WM 2006 in Deutschland um Franz Beckenbauer sind damit weiter offen. "Ich bin nicht sicher, wie lange es dauern wird, bis jemand anders mit diesen Fällen umgehen wird", sagte Eckert. "Die erfahrensten Verfolger und Richter sind weg", monierte Borbely. Bis auf zwei Mitglieder der beiden Ethikkammern wurde das Personal komplett ausgetauscht. "Wir haben viel Know-how aufgebaut, wie man diese Fälle verfolgen muss", sagte er.

Borbely und Eckert kritisierten, dass die FIFA-Spitze eigene und politische Interessen höher gewichtet habe als die langfristigen Interessen der FIFA. "Dabei hat sie in Kauf genommen, dass die Integrität der FIFA gefährdet wird und damit deren Zukunft aufs Spiel gesetzt."

Infantino nach der Wahl zum FIFA-Chef
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Was steckt hinter der Entscheidung, für die FIFA-Chef Infantino mitverantwortlich ist?

Niederlage für Grindel

Als neue Chefermittlerin schlug das FIFA-Council die Kolumbianerin María Claudia Rojas vor, die rechtsprechende Kammer soll der frühere Präsident des Europäischen Gerichtshofs, Vassilios Skouris aus Griechenland, leiten.

DFB-Chef Grindel hatte sich für einen Verbleib der beiden Ermittler eingesetzt: "Ich habe eindringlich darauf hingewiesen, dass es eine sehr schwierige Entscheidung ist, da nach meiner Einschätzung die Arbeit von Eckert und Borbely durchaus geschätzt worden ist", sagte Grindel. Beide hätten einen entscheidenden Beitrag für die Integrität der FIFA geleistet.

Spitze der FIFA-Ethikkommission abgesetzt
J. Wolters, SWR
10.05.2017 13:46 Uhr

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Über dieses Thema berichtete Deutschlandfunk am 09. Mai 2017 um 22:52 Uhr.

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