FIFA-Zentrale | Bildquelle: AFP

Medienberichte über Verhalten bei WM-Vergabe FIFA-Ermittlungen gegen Beckenbauer?

Stand: 27.11.2014 23:26 Uhr

Franz Beckenbauer ist offenbar erneut ins Visier der Ermittler des Fußball-Weltverbands FIFA geraten. Neben vier anderen hochrangigen Funktionären steht der 69-Jährige Medienberichten zufolge unter Verdacht, im Zuge der Vergabe der WM 2018 nach Russland und der WM 2022 nach Katar gegen den FIFA-Ethikcode verstoßen zu haben. Beckenbauer wollte sich auf Anfrage nicht äußern.

Ermittlungen gegen weitere FIFA-Mitglieder

Laut den Berichten von "Welt", "Frankfurter Allgemeiner Zeitung" und mehreren britischen Medien müssen zudem vier weitere Mitglieder der FIFA-Exekutive Sanktionen fürchten. Eine FIFA-Sprecherin wollte die Berichte "weder bestätigen noch dementieren".

Franz Beckenbauer | Bildquelle: dpa
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Franz Beckenbauer war an den umstrittenen Entscheidungen beteiligt.

Beckenbauer war zum Zeitpunkt der umstrittenen Vergabe der beiden WM-Turniere deutsches Mitglied der FIFA-Regierung. Im jüngst veröffentlichten FIFA-Bericht des Ethikhüters Hans-Joachim Eckert wird der "Kaiser" nicht namentlich genannt. Erwähnt wird allerdings die zwischenzeitliche Weigerung Beckenbauers, die Fragen der Ermittler zu beantworten, die während der WM im Sommer zu einer provisorischen Sperre der Fußball-Ikone geführt hatte.

Ermittlungen gegen möglichen Blatter-Konkurrent

Die Ethikhüter gehen offenbar auch gegen Spaniens Verbandspräsidenten Ángel María Villar Llona und den belgischen FIFA-Chefmediziner Michel D'Hooghe vor. Zudem wird anscheinend auch gegen den Thailänder Worawi Makudi ermittelt. Alle drei sind Mitglieder des FIFA-Exekutivkomitees.

Auch der Chilene Harold Mayne-Nicholls muss sich in einem formellen Verfahren verantworten. Er hatte seinerzeit die Prüfkommission der FIFA geleitet, die alle Bewerber für die WM-Turnier unter die Lupe nahm. Mayne-Nicholls hatte sich zuletzt eine Kandidatur bei der Wahl des FIFA-Präsidenten im kommenden Jahr gegen Amtsinhaber Joseph Blatter offen gehalten.

In der vergangenen Woche hatten die beiden Ethikhüter Michael Garcia und Hans-Joachim Eckert bestätigt, dass die Untersuchungskammer "eine Reihe formeller Verfahren gegen Einzelpersonen eröffnet" habe - ohne Nennung von Namen.

Eckert weist DFB-Kritik zurück

Ethikhüter Eckert wies unterdessen erneut Kritik von DFB-Präsident Wolfgang Niersbach an den bislang veröffentlichen Untersuchungsergebnissen zurück. "Leider ist es in der Juristerei aber so, dass es immer viele Zwischentöne gibt, weil Fakten und Feststellungen zutage treten, die unterschiedlich bewertet werden können", erklärte Eckert der FAZ. Die Erwartungen der Öffentlichkeit an die Ermittler des Weltverbands seien überzogen, betonte Eckert. Die FIFA werde durch seinen Bericht keineswegs reingewaschen. "Das ist definitiv nicht der Fall. Und ich bin auch kein Blatter-Versteher", sagte Eckert.

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