Das am 11.11.2017 vom Sportartikelhersteller adidas zur Verfügung gestellte Handout zeigt Karasava, den offiziellen Spielball für den Confederations Cup 2017. | Bildquelle: picture alliance / dpa

FIFA-Turnier in Russland Debatte über Medienregeln bei Confed Cup

Stand: 25.04.2017 17:51 Uhr

Für den Confed Cup in Russland hat die FIFA neue Presse-Regeln erlassen. Journalisten dürfen nur über das Turnier "und damit verbundene Ereignisse berichten". Einige Medienvertreter verstehen dies als Maulkorb - andere sehen dagegen keine Einschränkung.

Russland und die FIFA sind wegen einer einschränkenden Klausel bei den Medien-Akkreditierungen für den Fußball-Confederations Cup im Sommer in die Kritik geraten. In den Akkreditierungsbedingungen wird darauf hingewiesen, dass Journalisten ausschließlich über das Turnier und "damit verbundene Ereignisse berichten" und nur "auf dem Gebiet der Spielorte und nahegelegener Sehenswürdigkeit tätig sein" dürfen. Was diese neue Formulierung genau bedeutet, ist jedoch noch unklar.

Kritik von Medien und DFB

Medienvertreter und Verbände kritisierten die Neuerung. Der Deutsche Journalisten-Verband (DJV) forderte den Fußball-Weltverband zu einer Überarbeitung der Akkreditierungsrichtlinien auf. Die zurzeit geltenden Bestimmungen seien "Bedingungen einer Diktatur, die Angst davor hat, dass in den Medien kritische Berichte über das politische, wirtschaftliche und soziale Umfeld der Spiele erscheinen könnten", schrieb DJV-Chef Frank Überall in einem Brief an FIFA-Boss Gianni Infantino. Aus Protest gegen die Einschränkungen will die "Bild"-Zeitung keine Reporter zum Turnier nach Russland schicken.

Der Präsident des Deutschen Fußball-Bundes (DFB), Reinhard Grindel kündigte an, sich bei der nächsten FIFA-Councilsitzung am 9. Mai für freie Berichterstattung einsetzen zu wollen. "Es wäre ein wichtiges Signal für die WM 2018, wenn das russische Organisationskomitee deutlich macht, dass es keine Einschränkungen der Pressefreiheit gibt", sagte Grindel.

ARD-Teamchef Frick: "Ich sehe keine Probleme"

Das FIFA-Logo am Eingang des Sitzes in Zürich. | Bildquelle: AFP
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Die FIFA bemühte sich, die Wogen zu glätten.

Die FIFA und Russland hielten dagegen. "Journalisten wird beim Confederations Cup nicht verboten, über irgendetwas zu schreiben. Sie können schreiben, worüber sie wollen", sagte der russische Vizeregierungschef und Fußballverbandschef Witali Mutko. Die FIFA erklärte: "Journalisten, die eine Akkreditierung erhalten, können an den Spielorten und in den umliegenden Gebieten ohne jede Einschränkung frei arbeiten." Der Verband ließ jedoch offen, wie weit Spielorte und umliegende Gebiete definiert sind. Für Tätigkeiten in anderen Städten müssten Journalisten eine Akkreditierung beim russischen Außenministerium einholen, hieß es.

Auch Oliver Frick, ARD-Teamchef für den Hörfunk beim Confed Cup, sieht keine Probleme für die Arbeit der Journalisten. Er werde auch über mögliche Proteste in den Städten berichten. "Ich werde selbstverständlich erzählen, was mir im Stadion in Sotschi, Kasan oder St. Petersburg aufgefallen ist. Und das ohne irgendeine Beschönigung, sondern ganz genau so, wie es war. Genauso wie in den letzten 25 Jahren."

Eingeschränkte Pressefreiheit in Russland

Der Confed Cup findet vom 17. Juni bis 2. Juli in Moskau, St. Petersburg, Kasan und Sotschi statt. Dabei treten die Meister der sechs Kontinente, der Weltmeister und das Gastgeberland gegeneinander an. Er gilt als Testlauf für die Weltmeisterschaft 2018 in Russland. In der Rangliste der Pressefreiheit von "Reporter ohne Grenzen" nimmt Russland Platz 148 ein.

Über dieses Thema berichtete Deutschlandfunk am 25. April 2017 um 15:43 Uhr.

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