Zerstörung Fidschi: Viti Levu | Bildquelle: AFP

Zyklon "Winston" über den Fidschi-Inseln Der Sturm ist vorbei, die Katastrophe nicht

Stand: 22.02.2016 11:15 Uhr

Bereits am Samstag traf Zyklon "Winston" auf die Fidschis - doch noch immer steigt die Zahl der Opfer. Mittlerweile werden mindestens 18 Tote gemeldet, viele Menschen werden vermisst. Den Überlebenden fehlt vor allem sauberes Wasser.

Von Udo Schmidt, ARD-Studio Singapur

Tausende Häuser besonders auf den östlichen Inseln der Südseerepublik sind völlig zerstört, einfache Holzhütten wurden vom Zyklon "Winston" hinweggefegt. An den Küsten wurden ganze Dörfer weggeschwemmt. Der Zyklon peitschte mit mehr als 300 Kilometern pro Stunde das Meer auf, riesige Wellen trafen die Küsten.

Weiter Menschen vermisst

Besonders schwer getroffen wurde Koro, eine Insel im Nordosten Fidschis. Von hier werden auch die meisten Toten gemeldet. "Viele Menschen wurden von herumfliegenden Dachteilen oder Trümmern verletzt. Koro ist eine sehr entlegene Insel, dort werden noch viele Menschen vermisst", sagt Edwin Nand vom Fernsehen der Fidschis.

Zyklon "Winston" tötet mindestens 18 Menschen
tagesschau 09:00 Uhr, 22.02.2016

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"Die kleinen  Inseln sind völlig zerstört. Die Menschen dort haben alles verloren. Etwa 65.000 Familien sind von den Zerstörungen durch 'Winston' betroffen", sagt Ahmad Sami, der für die Vereinten Nationen in Fidschis Hauptstadt Suva arbeitet.

Seit gestern wird bereits aufgeräumt. Hunderte Soldaten räumen Straßen frei, stellen Strommasten wieder auf. Fidschis Premier Josaia Bainimarama wandte sich im Fernsehen an seine 900.000 Landsleute: "Die Stromverbindungen sind im ganzen Land gekappt. Stromkabel, aber auch große Glasteile stellen eine Gefahr für alle dar. Wir tun was wir können, um unsere Gemeinden wieder sicher zu machen, aber es braucht jetzt Zeit", sagte er.

Folgt die Gesundheitskatastrophe?

Es bleibt die Angst, dass der schwerste Sturm in der Geschichte der Fidschis eine Gesundheitskatastrophe nach sich zieht, da nicht überall sauberes Wasser verfügbar ist und Medikamente nur schwer auf weit entfernte Inseln geliefert werden können. Zudem fehlt es an vielen Orten an Lebensmitteln.  

"Es ist eindeutig, dass noch lange viele Unterkünfte für die benötigt werden, die alles verloren haben. Großangelegte Hilfe wird gebraucht, und es muss sichergestellt werden, dass alle Menschen Zugang zu sauberem Wasser haben", sagt Anna Cowley, die für die Hilfsorganisation Care arbeitet.

Immerhin finden Versorgungsflüge von der Hauptstadt Suva aus wieder statt, auch der internationale Flughafen Nadi ist wieder geöffnet: Neuseeland und Australien liefern Hilfsgüter in die Südseerepublik. Das größte Problem stellt derzeit der starke Regen dar, der "Winston" gefolgt ist und der zu Überschwemmungen und Erdrutschen führen könnte.

Fidschi-Inseln nach Zyklon "Winston"
U. Schmidt, ARD Singapur
22.02.2016 12:01 Uhr

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