UNO: Genitalverstümmelung bei Mädchen rückläufig

Vereinte Nationen veröffentlichen Daten

Genitalverstümmelung von Mädchen rückläufig

Frauen in Kamerun (Bildquelle: picture-alliance / dpa)
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Vor allem Frauen in Afrika sind häufig von der Genitalverstümmelung betroffen.

In Afrika und im Nahen Osten sind nach Angaben der Vereinten Nationen weniger Mädchen der Gefahr ausgesetzt, Opfer von Genitalverstümmelungen (FGM) zu werden. Das Kinderhilfswerk UNICEF veröffentlichte entsprechende Daten. Demnach sind in den 29 Ländern der Region, auf die sich die Praxis seit Jahrhunderten konzentriert, durchschnittlich 36 Prozent der Mädchen zwischen 15 und 19 Jahren "beschnitten", in der Gruppe der 45- bis 49-jährigen Frauen sind es noch 53 Prozent.

Diese Entwicklung zeige, dass es möglich sei, FGM zu stoppen, betonte UNICEF-Direktor Anthony Lake. Die UN-Vollversammlung hatte im Dezember einstimmig eine Resolution verabschiedet, die ein weltweites Verbot der Genitalverstümmelung von Frauen forderte. Resolutionen der Vollversammlung sind rechtlich allerdings nicht bindend.

Appell des Bundesgesundheitsministeriums

Das Bundesgesundheitsministerium in Berlin forderte anlässlich des Internationalen Tags gegen Genitalverstümmelung bei Frauen ein Ende der "erschreckenden" Praxis. "Die betroffenen Mädchen und Frauen erleiden unvorstellbare Qualen und körperliche, aber auch seelische Verletzungen", sagte die Parlamentarische Staatssekretärin Ulrike Flach.

Genitalverstümmelung gilt in Deutschland als Körperverletzung, sie ist aber kein eigener Straftatbestand. Der Bundesrat, Grüne und SPD fordern Änderungen am Strafgesetzbuch und härtere Strafen. Auch in Deutschland sollen rund 30.000 Mädchen und Frauen leben, deren Genitalien verstümmelt wurden oder die davon bedroht sind. Hilfsorganisationen erinnern jährlich am 6. Februar an das Problem.

Stand: 07.02.2013 05:33 Uhr

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