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Verheerender Brand in Pakistan
Retter suchen nach weiteren Opfern in Fabrikruine
Nach dem verheerenden Brand in einer Textilfabrik in der pakistanischen Stadt Karatschi gehen die Rettungskräfte von weiteren Opfern aus. Das teils vergitterte Gebäude wurde für mindestens 289 Menschen zur Todesfalle. Es ist nur ein Beispiel für die schlechten Sicherheitsstandards.
Von Kai Küstner, ARD-Hörfunkstudio Südasien, zzt. Islamabad
Noch immer haben die Rettungskräfte nicht alle Opfer der Feuerkatastrophe von Karatschi bergen können. Doch für die Angehörigen ist mittlerweile klar: Es gibt wenig Hoffnung, dass noch jemand lebend in der Ruine der Textilfabrik gefunden wird.
Keine Alarmanlage, keine Feuerlöscher, kein Notausgang - das sind die Hauptgründe dafür, dass das Gebäude zur Todesfalle wurde. Viele Arbeiter hatten offenbar deshalb keine Chance, den Flammen zu entrinnen, weil die Fenster der Fabrik aus Sicherheitsgründen vergittert waren. Einigen gelang es jedoch, Scheiben einzuschlagen, Gitterstäbe aus der Verankerung zu lösen und sich dann mit einem Sprung in die Tiefe zu retten. Sie kamen dann mit Knochenbrüchen davon - während gleichzeitig im Gebäude Hunderte in der Falle saßen. Angehörige berichten davon, wie ihre Liebsten sie auf dem Handy anriefen und flehten, sie rauszuholen. Doch angesichts der Heftigkeit, mit der die Flammen wüteten, waren sie genau wie die Rettungskräfte machtlos.
Die Suche nach Opfern und Ursache
K. Küstner, ARD Islamabad
13.09.2012 09:19 Uhr
Ein Großteil der Exporte geht nach Europa
Der Zustände in der pakistanischen Textilindustrie, so bemängeln Kritiker, spiegelten auf tragische Weise den Zustand des ganzen Landes wieder. Dabei hängt Pakistan ganz entscheidend von diesem Industriezweig ab: Er ist für 60 Prozent aller Exporte verantwortlich, ein großer Teil davon geht nach Europa, auch nach Deutschland. Doch die ständigen Strom-Ausfälle und die Gas-Knappheit treffen die Textilfabriken hart. Immer nah am Rande des Ruins, würden die Besitzer kaum Geld für Sicherheitsvorkehrungen ausgeben, sagen Kritiker. Viele Aufträge aus Europa hat Pakistan in letzter Zeit verloren, weil es nicht mehr so zuverlässig wie früher liefern könne, heißt es. Zudem sind andere Länder wie Bangladesch oder Kambodscha mittlerweile noch billiger.
Stand: 13.09.2012 09:20 Uhr
