Flagge der Türkei

Türkische Offensive in Syrien Hunderte Festnahmen wegen "Terrorpropaganda"

Stand: 05.02.2018 14:43 Uhr

In der Türkei sind 573 Menschen wegen "Terrorpropaganda" verhaftet worden. Sie sollen kritische Kommentare in sozialen Netzwerken zur türkischen Offensive in Syrien gepostet oder an Protesten teilgenommen haben.

Die türkische Regierung geht seit Beginn der Militäroffensive in Nordsyrien verstärkt gegen Kritiker vor. Innerhalb von zwei Wochen sind 573 Menschen wegen des Vorwurfs der "Terrorpropaganda" festgenommen worden. Die meisten Festnahmen seien wegen Äußerungen in den sozialen Medien erfolgt, teilte das Innenministerium mit. Außerdem seien 124 Menschen festgenommen worden, weil sie an Protesten teilgenommen hätten.

Immer wieder geht Polizei gegen Kritiker vor

Die Türkei hatte am 20. Januar eine Offensive gegen die "Kurdischen Volksverteidigungseinheiten" (YPG) in Nordwestsyrien begonnen. Seitdem geht die türkische Polizei immer wieder gegen Kritiker des Militäreinsatzes vor. In der vergangenen Woche wurden mehrere führende Mitglieder der Türkischen Ärztevereinigung verhaftet, weil sie eine Erklärung gegen den Krieg verbreitet hatten. Drei der Ärzte sind inzwischen wieder frei.

Die Türkei betrachtet die mit den USA verbündete Miliz YPG als syrischen Ableger der verbotenen kurdischen Arbeiterpartei PKK und damit als Terrororganisation. Die PKK steht in der Türkei, der EU und den USA auf der Terrorliste.

Über dieses Thema berichtete Deutschlandfunk am 05. Februar 2018 um 13:00 Uhr.

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