Ein Einsatzfahrzeug der österreichischen Polizei | Bildquelle: picture alliance / HERBERT NEUBA

Österreich Festnahmen bei Anti-IS-Einsatz

Stand: 26.01.2017 17:54 Uhr

Die österreichische Polizei hat 14 IS-Terrorverdächtige festgenommen. Dutzende Wohnungen seien bei dem Einsatz mit Spezialeinheiten in Wien und Graz durchsucht worden. Erst vergangene Wochen wurde in Wien ein 17-Jähriger Verdächtiger festgenommen.

Bei mehreren Anti-Terror-Einsätzen in Österreich sind nach Behördenangaben 14 Verdächtige festgenommen worden. Die Staatsanwaltschaft Graz sprach von einer geplanten Aktion, bei der über 800 Polizisten im Einsatz gewesen seien. In Wien und Graz seien Dutzende Wohnungen durchsucht worden. Acht Männer seien per Haftbefehl gesucht worden, bei drei weiteren Beschuldigten habe sich bei Vernehmungen der Tatverdacht erhärtet. Sie seien ebenfalls in Verwahrungshaft genommen worden.

Die Razzien wurden "im Rahmen eines anhängigen Ermittlungsverfahrens wegen des Verdachtes der Beteiligung an einer terroristischen Vereinigung ('IS') durchgeführt", hieß es in einer Pressemitteilung. Der Einsatz hätte keinen direkten Zusammenhang mit der Verhaftung eines 17-Jährigen Terrorverdächtigen vergangene Woche in Wien, der nach Behördenangaben radikaler Salafist ist und inzwischen eingeräumt hat, sich am Bau einer Bombe versucht zu haben.

Umfassende Grenzkontrollen

Laut Angaben waren die Razzien seit Längerem geplant. Offenbar gehen sie auf Ermittlungen unter Anhängern eines aus Serbien stammenden Geistlichen zurück. Dieser war im vergangenen Jahr in Graz zu 20 Jahren Haft verurteilt worden, weil er Dutzende junge Männer für den IS rekrutiert hatte.

Unterdessen plant Österreich offenbar, im Kampf gegen Extremisten die Grenzkontrollen bis zum Ende des Bürgerkriegs in Syrien aufrecht zu erhalten. Sobald es zu einer Einstellung der Kampfhandlungen in Syrien komme, sei er hoffnungsvoll, dass man zur Normalität zurückfinde, sagte der österreichische Innenminister Wolfgang Sobotka am Rande eines informellen Treffens der EU-Innenminister in Malta. Auch will Österreich die Daten von Zugreisenden erfassen.

Über dieses Thema berichtete Inforadio am 26. Januar 2017 um 12:04 Uhr

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