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Der berühmte chinesische Künstler Ai Weiwei ist auf dem Pekinger Flughafen von der Grenzpolizei festgenommen worden. Das sagte einer seiner Mitarbeiter der Deutschen Presse Agentur in Peking. Er bestätigte damit erste Nachrichten von Freunden des Künstlers im Internet.
Ai habe nach Hongkong fliegen wollen. Nach Angaben seines Assistenten wurde der Künstler am Morgen auf dem Flughafen von Peking am Zoll aufgehalten und von zwei Beamten weggeführt. Ein Reisebegleiter habe den Flug nach Hongkong allein antreten müssen.
Wie es weiter hieß, habe die Polizei Ais Atelier in Peking durchsucht und acht Mitarbeiter auf eine örtliche Polizeistation gebracht. Das Studio sei von der Polizei abgesperrt worden. Beamte bewachten alle Eingänge. Wie Ais Mitarbeiter und Freunde berichteten, sei er auch Stunden nach der Festnahme nicht erreichbar, sein Mobiltelefon war abgeschaltet.
Ai, der in der Vergangenheit immer wieder Deutschland besuchte hatte, wollte am 29. April eine Ausstellung in Berlin eröffnen. Der international renommierte Künstler ist ein scharfer Kritiker der chinesischen Führung.
[Bildunterschrift: Unter Bewachung: Ai Weiweis Atelier in Peking ]
Vor wenigen Tagen hatte er in einem ARD-Interview über die wachsenden Repressalien gegen ihn geklagt. Die Lage sei ernst, sagte er, er rechne jeden Tag mit einer Festnahme. "Vor dem Eingang zu meinem Haus sind zwei Überwachsungskameras angebracht", erzählte er. "Später, nach diesem Interview, kommt die Sicherheitspolizei schon wieder, um mit mir zu sprechen. Alle meine Telefone werden abgehört. Jede meiner Twitter-Nachrichten wird kontrolliert. Mein E-Mail-Konto, mein Bank-Konto und alle Leute, mit denen ich Kontakt habe, werden überwacht."
Wegen des wachsenden Drucks auf ihn plante er, in Berlin ein zweites Atelier einzurichten. "Seit einiger Zeit ist es sehr schwierig. Die Behörden haben mein Atelier in Schanghai abgerissen. Sie erlauben mir keine Ausstellungen. Viele Leute, die ich kenne, sind festgenommen worden - ganz normale Intellektuelle und Autoren", erzählte er bei dem Gespräch mit der ARD. Dennoch wollte er in China bleiben: "All das ist nicht so, dass ich deswegen das Land verlassen will. Ich bin hier um Dinge zu verändern. Ich bin in China, weil ich denke, ich werde hier gebraucht."
Die chinesischen Behörden gehen seit Wochen mit aller Härte gegen kritische Anwälte, Autoren und Aktivisten vor. Dutzende wurden seit Februar festgenommen, nachdem im Internet zu Protesten nach arabischem Vorbild aufgerufen worden war.

Der 1957 geborene Ai Weiwei hatte das "Vogelnest" genannte Olympiastadion in Peking mitentworfen, sich später aber von der Propagandaschau um die Olympischen Spiele distanziert.
In Europa erregt Ai Weiwei immer wieder mit spektakulären Aktionen Aufmerksamkeit. So ließ er einen vier Tonnen schweren Riesenfels auf dem Gipfel des 2995 Meter hohen österreichischen Dachsteins installieren. Der Felsbrocken stammt aus der chinesischen Provinz Sichuan und soll sich dort im Mai 2008 bei dem verheerenden Erdbeben gelöst haben. Damals starben mehrere tausend Kinder und Jugendliche, als ihre Schulen einstürzten.
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