Ein Forensiker untersucht mehrere Gegenstände vor dem Parlament in London | Bildquelle: AFP

London Bewaffneter vor Parlament festgenommen

Stand: 27.04.2017 17:30 Uhr

Die britische Polizei hat einen Mann im Londoner Regierungsviertel wegen Terrorverdachts und Waffenbesitzes festgenommen. Das teilte Scotland Yard mit. Seit dem Anschlag im Parlamentsviertel am 22. März sind die Behörden hoch sensibilisiert.

Nur wenige hundert Meter vom britischen Regierungssitz und dem Parlament entfernt ist ein bewaffneter Mann festgenommen worden. Der Mann hatte der Polizei zufolge mehrere Messer bei sich. Bei dem Zwischenfall sei jedoch niemand verletzt worden. Der Verdacht gegen den Mann laute "Ausübung, Vorbereitung und Anstiftung von Terrorakten". Zudem werde er des "Besitzes von Angriffswaffen" verdächtigt. Ein Großaufgebot von bewaffneten Einheiten rückte an, um das Gebiet um das Parlament zu sichern. Eine Straße wurde gesperrt, mehrere Buslinien mussten umgeleitet werden.

Informationen über Verletzte teilte Scotland Yard nicht mit. Auf Fernsehaufnahmen waren zahlreiche Polizeiautos und bewaffnete Beamte zu sehen. Augenzeugen berichteten von einem bärtigen, schwarz-gekleideten Mann, der am Boden lag und von Polizisten umringt war. Fotos zeigten einen Forensiker, der einen Rucksack und mehrere Messer untersuchte, die auf dem Boden auf einer Verkehrsinsel lagen.

Verschärfte Sicherheitsvorkehrungen

Der Festgenommene soll 27 Jahre alt und Sicherheitskreisen zufolge den Behörden bekannt gewesen sein. Eine unmittelbare Gefahr gebe es nach der Festnahme nicht mehr, teilte die Polizei mit. Der Mann sei auf eine Londoner Polizeiwache gebracht worden. Die Ermittlungen dauerten an. Premierministerin Theresa May werde ständig informiert. May hatte sich während des Vorfalls einem Sprecher zufolge nicht im Regierungssitz 10 Downing Street aufgehalten. Im Fernsehen lobte sie die Arbeit der Polizei. Die Festnahme zeige, dass Polizei, Geheimdienste und Sicherheitskräfte permanent unter Alarmbereitschaft stünden für die Sicherheit und Unversehrtheit der Bevölkerung.

Die Sicherheitsvorkehrungen rund um das Parlament in London sind verschärft worden, seit der 52-jährige Khalid Masood am 22. März mit einem Fahrzeug auf der nahe gelegenen Westminster Bridge in eine Menschenmenge gerast war und auf dem Parlamentsgelände einen Polizisten erstochen hatte. Insgesamt tötete der Angreifer fünf Menschen. Er wurde von der Polizei erschossen.

Terrorverdacht: Festnahme im Londoner Regierungsviertel
Stephanie Pieper, ARD London
27.04.2017 19:39 Uhr

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Über dieses Thema berichteten am 27. April 2017 tagesschau24 um 16:30 und 17:30 Uhr in den "Hundert Sekunden" sowie der Deutschlandfunk um 17:00 Uhr in den Nachrichten.

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