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Frankreichs Atomaufsicht gibt Fessenheim weitere zehn Jahre
Das französische Kernkraftwerk Fessenheim im Elsass (Archiv) (Foto: picture-alliance / dpa/dpaweb)
Das französische Kernkraftwerk Fessenheim im Elsass (Archiv)

Die französische Behörde für Atomaufsicht (ASN) hat ungeachtet massiver Proteste von Umweltschützern grünes Licht für den Weiterbetrieb von Reaktor 1 des Atomkraftwerks Fessenheim im Elsass gegeben. Die Behörde empfahl erwartungsgemäß eine Verlängerung der Laufzeit um zehn Jahre. Sie knüpfte ihre Zustimmung jedoch an die Auflage, technische Verbesserungen vorzunehmen.

Die Entscheidung über einen Weiterbetrieb liegt bei der französischen Regierung. Offiziell will diese ihren Beschluss erst Mitte November treffen - nach Abschluss der von der EU für AKW angeordneten Stresstests in Frankreich. Bisher folgte die Regierung immer den Empfehlungen der ASN.

Die Zehnjahresinspektion lief fand noch vor der Katastrophe von Fukushima statt. Die Inspektion für Block 2 ist noch nicht abgeschlossen. Das Atomkraftwerk mit zwei 900-Megawatt-Reaktoren ist seit 1977 in Betrieb. Es liegt nur ein paar Kilometer von Deutschland entfernt und gilt bei Kritikern als das unsicherste unter den französischen Kraftwerken.

Betonplatte soll verstärkt werden

Die ASN empfiehlt vor allem, die Betonplatte unter dem Reaktor bis 2013 zu verstärken und den Schutz gegen den Ausfall der Kühlung bis 2012 zu verbessern. Zu den möglichen Kosten für diese Arbeiten wollte ASN-Präsident André-Claude Lacoste sich nicht äußern. "Wenn (der Kraftwerksbetreiber) EDF beschließt, dass es sich nicht lohnt, diese Arbeiten in Angriff zu nehmen, können sie das Kraftwerk natürlich auch schließen", meinte er. Der französische Stromkonzern soll bis Ende des Jahres einen Plan vorlegen, wie er die Arbeiten angehen will.

Atomkraftgegner beider Rheinseiten nannten die Einschätzung der Behörde nicht akzeptabel. "Ein Erdbeben oder ein Dammbruch des Rheinkanals mit Überflutung kann morgen schon eintreten", hieß es in einer gemeinsamen Erklärung des BUND-Regionalverbandes aus Freiburg und französischer Atomkraftgegner.

Radioaktive Verseuchung des Rheins möglich

Die Betonplatte unter dem Reaktorbehälter ist nach Angaben von ASN nur eineinhalb Meter dick und damit die dünnste aller französischen Reaktoren. "Damals wurden die Betondecken so angelegt, dass sie das Atomkraftwerk tragen konnten. Von Schutz gegen eine Kernschmelze war noch nicht die Rede", sagte Lacoste. Bei einem schweren Unfall mit einer Kernschmelze könnte die Betonplatte bersten. Dann droht eine radioaktive Verseuchung des Rheins. Die Verstärkung der Platte würde nach Schätzungen etwa 100 Millionen Euro kosten.

In den vergangenen Monaten hatten Nachbargemeinden auf deutscher und schweizerischer Seite immer eindringlicher die endgültige Schließung von Fessenheim gefordert. Erst vor wenigen Tagen hatten rund 7.000 Atomkraftgegner in Fessenheim protestiert. Sie kündigten neue Demonstrationen an.



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Stand: 04.07.2011 18:45 Uhr
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