Atomkraftwerk Fessenheim

Abkommen zur Schließung Akw Fessenheim vor dem Aus

Stand: 24.01.2017 16:58 Uhr

Immer wieder gab es Pannen und Zwischenfälle im Atomkraftwerk Fessenheim im Elsass. Nun rückt die Schließung von Frankreichs ältestem Reaktor näher: Der Stromkonzern EDF und der Staat einigten sich auf ein gemeinsames Abkommen.

Der französische Stromgigant EDF hat einen wichtigen Schritt zur geplanten Schließung des Atomkraftwerks Fessenheim gemacht. Der Verwaltungsrat des Unternehmens habe den Bedingungen einer Einigung mit dem französischen Staat über eine Entschädigung von geschätzt rund 490 Millionen Euro zugestimmt. Das berichtete der Konzern EDF. Dazu komme noch ein variabler Teil, der aber nicht beziffert wurde.

Mit diesem Schritt ist die Schließung aber noch keine beschlossene Sache. Der Konzern müsse beantragen, die Betriebserlaubnis für das Atomkraftwerk aufzuheben. Für diese Aufhebung müsse es dann ein staatliches Dekret geben.

EDF machte deutlich, dass das mehrstufige Stilllegungs-Verfahren für Fessenheim zeitlich mit dem Anlaufen des neuen Europäischen Druckwasserreaktors (EPR) in Flamanville am Ärmelkanal zusammenhängt. Dessen Inbetriebnahme ist nach Angaben des Unternehmens für Ende 2018 geplant, hatte sich aber bereits mehrfach verzögert. Derzeit prüft die Atomaufsicht Auffälligkeiten am Reaktorbehälter.

Gewerkschaften weigern sich gegen Abschaltung

In Deutschland gibt es seit Langem Sicherheitsbedenken gegen Frankreichs ältestes noch laufendes Atomkraftwerk, das direkt an der deutschen Grenze im Elsass liegt. Die Gewerkschaften sind strikt gegen eine Schließung von Fessenheim. Sie fürchten den Wegfall von Hunderten Arbeitsplätzen.

Die Stilllegung des Atomkraftwerks ist ein Wahlversprechen von Staatschef François Hollande. Atomkraftgegner, aber auch die Bundesregierung fordern seit längerem ein Abschalten des am Rheinkanal gelegenen Atomkraftwerks, dessen Reaktoren 1977 ans Netz gingen und in dem es immer wieder Pannen und Zwischenfälle gibt.

Über dieses Thema berichtete Deutschlandfunk am 24. Januar 2017 um 14:00 Uhr

Darstellung: