Die Suche nach acht Vermissten nach dem gewaltigen Felssturz in der Schweiz geht weiter.  | Bildquelle: AFP

Schweiz Suche nach Vermissten geht weiter

Stand: 25.08.2017 15:23 Uhr

In der Gegend rund um das Dorf Bondo im Schweizer Kanton Graubünden geht die Suche nach acht vermissten Wanderern weiter. Mittlerweile schwindet die Hoffnung, Überlebende des Felsabgangs zu finden. Die deutschen Vermissten stammen aus Baden-Württemberg.

Nach dem gewaltigen Bergsturz beim Dorf Bondo im Schweizer Kanton Graubünden ist die Suche nach den acht Vermissten aus Deutschland, Österreich und der Schweiz fortgesetzt worden. Etwa 120 Rettungskräfte waren am Freitagmorgen mit Hubschraubern, Infrarotkameras und Suchhunden im Einsatz. Die Arbeiten waren in der Nacht aus Sicherheitsgründen unterbrochen worden.

In den höheren Lagen zeigte sich ein Bild der Verwüstung, berichteten Retter im Schweizer Fernsehen. Der Schutt türme sich dort 40 bis 50 Meter hoch auf. Die acht vermissten Wanderer und Bergsteiger - Schweizer, Österreicher und Deutsche - hätten in der Sciora-Hütte übernachtet und seien am Mittwoch zwei Stunden vor dem Bergsturz losgegangen, berichtete der Hüttenwirt dem Schweizer Fernsehen. Seitdem fehlt jedes Lebenszeichen von ihnen. Die vermissten Deutschen stammen laut der Kantonspolizei aus Baden-Württemberg. Die Überlebenschancen der Vermissten seien "nicht im hohen Bereich", sagte die Polizei bei einer Pressekonferenz.

Zweite vermisste Wanderergruppe unversehrt

Eine zweite Wanderergruppe, die auch in dem Tal in Graubünden vermutet und vermisst gemeldet worden war, war unversehrt nach Italien gelangt, wie eine Sprecherin der Polizei im Kanton Graubünden bestätigte.

Das Dorf Bondo war am Mittwoch evakuiert worden. Am 3369 Meter hohen Piz Cengalo hinter Bondo hatten sich Gesteinsmassen gelöst und waren ins Tal gedonnert. "Das war der größte Bergsturz der letzten Jahrzehnte", sagte Martin Keiser vom Amt für Wald und Naturgefahren.

Suche nach Vermissten in den Schweizer Alpen
tagesschau 15:00 Uhr, 25.08.2017, Sybille Müller, ARD Genf

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Es rutschten nach Schätzungen bis zu vier Millionen Kubikmeter Geröll mit Schlamm und größeren Gesteinsbrocken nach. Das ist mehr, als die Außenalster in Hamburg an Volumen fasst. Die graue Masse schob sich direkt an den Häusern des Ortes vorbei, wie dramatische Bilder zeigen.

Experten hatten gewarnt

Das Dorf Bondo am Talschluss musste geräumt werden. Rund 100 Einwohner kamen mit dem Schrecken davon, weil ein Vorwarnsystem Alarm geschlagen hatte. Experten hatten den Bergsturz erwartet, seien aber von den mitgeschwemmten Wassermassen überrascht worden, berichtete die Lokalzeitung "Engadiner Post". Der Bergsturz habe sich durch mehrere Felsstürze in den Jahren 2011, 2012 und 2016 angekündigt sowie durch ein Ereignis am 21. August, so der Schweizerische Erdbebendienst. Bondo liegt an der Grenze zu Italien, rund 35 Kilometer südwestlich von St. Moritz.

Gesteinsmassen liegen am 3369 Meter hohen Piz Cengalo in der Schweiz | Bildquelle: dpa
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Tonnen von Gesteinsmassen haben sich am 3369 Meter hohen Piz Cengalo gelöst ...

Schlamm und Gesteinsbrocken liegen in Bondo im Kanton Graubünden (Schweiz). | Bildquelle: dpa
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... und sind bis in den Ort Bondo herunter gestürzt.

Die Wanderer hatten sich nach Angaben der Behörden in einem offiziell ausgewiesenen Gefahrengebiet aufgehalten. Die Gemeinde Bondo habe zuletzt am 14. August eine Warnung vor einem möglichen Felssturz herausgegeben, sagte die Gemeindepräsidentin Anna Giacometti am Donnerstag bei einer Pressekonferenz. "Die Leute haben gewusst, sie bewegen sich in einem gefährdeten Gebiet." Auch die Hüttenwirte hätten Wanderer auf die Gefahren aufmerksam gemacht, sagte Giacometti. Allerdings seien nur wenige Teile des Tales gesperrt gewesen.

Der Klimawandel könnte zu vermehrten Bergstürzen beitragen, berichtete die Arbeitsgruppe Naturgefahren des Kantons Bern. Wenn sich der Permafrost im Felsen zurückbilde, würden neue Trennflächen aktiv. Wenn sich Gestein ablöse, gebe es neue Fließwege für Wasser und neue Druckverhältnisse, was den Fels zusätzlich destabilisiere.

Über dieses Thema berichtete tagesschau24 am 24. August 2017 um 11:00 Uhr.

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